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Sowohl in Cleveland als auch in London tritt Apollo’s Fire den Beweis gegen den vermeintlichen Niedergang der klassischen Musik an. Das 1992 von der Cembalistin und Dirigentin Jeannette Sorrell gegründete Ensemble hat sich binnen weniger Jahrzehnte als eines der dynamischsten der amerikanischen Barockszene etabliert. Zwischen der Treue zum barocken „Affekt“ und der Kühnheit seiner Programme begeistert es ein stetig wachsendes Publikum – getragen von einer unbändigen Bühnenenergie und einer unverfälschten künstlerischen Vision.
Das Ensemble Les Surprises und sein Gründer sowie musikalischer Leiter, Louis-Noël Bestion de Camboulas, feiern 2026 ihr 15-jähriges Bestehen. Seit Februar präsentieren sie aus diesem Anlass insbesondere eine Neuinszenierung von Purcells „Dido und Aeneas“. Dieses emblematische Werk des Barockrepertoires wird vom Ensemble in einer originellen szenischen Form neu gedeutet: mit einer rein weiblichen Besetzung, direkt in die Handlung integrierten Musikern, gesprochenen Texten und einer choreografischen Dimension.
Kennen Sie die „Kofferarien“ – jene airs de malle, die Opernsängerinnen und -sänger im 17. und 18. Jahrhundert in ihrem Reisegepäck mitführten? In diesem dritten Teil unserer Serie nehmen wir Kurs auf die Straßen Europas, um der italienischen Oper zu begegnen. Nach dem Weg des Kirchengesangs der frühen Christen im 4. Jahrhundert und den Wanderungen der franko-flämischen Musik in der Renaissance lädt diese Folge dazu ein, ein in Florenz geborenes Genre zu entdecken, das in weniger als hundert Jahren ganz Europa eroberte.
Ausgebildet in Caracas und am Conservatoire de Paris: Der Sopranist Samuel Mariño erzählt, warum er durch seine Diplomprüfung fiel, weil er kein gewöhnlicher Countertenor war, wie er seine extravaganten Bühnenoutfits in Second-Hand-Läden aufspürt – und warum er sich eine empathischere Welt wünscht.

Mit „Reines“ unternehmen Véronique Gens und das Ensemble Les Surprises eine Reise durch die französische Oper vom Zeitalter Lullys bis ans Ende des 18. Jahrhunderts. Zwischen machtvollen Heldinnen und verletzlichen Figuren entfaltet das Programm eine eigene Dramaturgie, getragen von einem kollektiven Ansatz und einem ausgeprägten Sinn für Musiktheater.
Mit Concerto 1700 setzt der Geiger Daniel Pinteño seine Auseinandersetzung mit dem spanischen Repertoire des 18. Jahrhunderts fort. Seine neue Einspielung der „Streichquartette op. 3“ von Gaetano Brunetti lässt einen Hofkomponisten von raffinierter und geistreicher Schreibweise entdecken.
Ausgehend von einem schmalen Landstrich zwischen Nordfrankreich und Beflgien – vom Scheldebecken bis hin zu den großen europäischen Höfen – schufen die Komponisten der Renaissance eine Musiksprache in ständiger Bewegung. Austausch, Einflüsse und lebendige Weitergabe bildeten ein Geflecht, in dessen Zentrum jene Ästhetik entstand, die wir heute als franko-flämisch bezeichnen.
Von den Kirchengesängen der Urchristen über die franko-flämischen Meister der Renaissance bis hin zur italienischen Oper des 18. Jahrhunderts: Die Musikwissenschaftlerin Anne-Charlotte Rémond nimmt uns in einer dreiteiligen Serie mit auf eine faszinierende Reise durch die Jahrhunderte und beleuchtet die Wege der Musik vom 4. bis zum 18. Jahrhundert. Doch wie bewegte sich Musik früher eigentlich ganz konkret von Ort zu Ort? In diesem ersten Teil unserer Reihe folgen wir dem kühnen Wagnis der Egeria, die sich um 380 von Europa nach Jerusalem aufmachte.