Mit 23 Jahren verfolgt die französische Musikerin Manon Papasergio bereits einen eigenständigen Weg zwischen Viola da gamba und historischen Harfen, die sie in den Dienst selten erkundeter Repertoires stellt, von der Renaissance bis an die Schwelle des Barock. Eingeladen von Ensembles wie Les Musiciens de Saint-Julien oder Il Caravaggio und mit einer vielbeachteten ersten Einspielung, geht sie ihren Weg mit unstillbarer musikalischer Neugier und einer bewusst vertretenen Ablehnung von Grenzen.
An der Spitze von El Gran Teatro del Mundo entwickelt Julio Caballero seit zehn Jahren eine einzigartige Ästhetik. Sie konzentriert sich auf das französische Repertoire des 17. Jahrhunderts und entspringt einer originellen Rückbesinnung auf die Quellen, einer akribischen Arbeit an der Deklamation sowie einer ausgeprägten Lust am Theatralen. Von Bern bis Madrid, von den Lullisten bis zu Rameau: Es ist die Geschichte eines Ensembles, das jedes Projekt als eine fundierte, aber freie Relektüre der Codes des Grand Siècle und darüber hinaus begreift.
Seit einem Jahrzehnt machen sich die Kapsber’girls die vergessenen Seiten des Barockrepertoires zu eigen. Von der Konzeption ihrer Programme bis hin zur Aufführung: Ein Einblick in den Alltag eines jungen französischen Quartetts, dem es nie an Melodien mangelt.
Sowohl in Cleveland als auch in London tritt Apollo’s Fire den Beweis gegen den vermeintlichen Niedergang der klassischen Musik an. Das 1992 von der Cembalistin und Dirigentin Jeannette Sorrell gegründete Ensemble hat sich binnen weniger Jahrzehnte als eines der dynamischsten der amerikanischen Barockszene etabliert. Zwischen der Treue zum barocken „Affekt“ und der Kühnheit seiner Programme begeistert es ein stetig wachsendes Publikum – getragen von einer unbändigen Bühnenenergie und einer unverfälschten künstlerischen Vision.
Ausgebildet in Caracas und am Conservatoire de Paris: Der Sopranist Samuel Mariño erzählt, warum er durch seine Diplomprüfung fiel, weil er kein gewöhnlicher Countertenor war, wie er seine extravaganten Bühnenoutfits in Second-Hand-Läden aufspürt – und warum er sich eine empathischere Welt wünscht.
Als Botschafterinnen für den Internationalen Tag der Alten Musik des REMA verkörpern die Britin Sarah Jeffery und die Niederländerin Lucie Horsch eine völlig neue Generation von Blockflötistinnen. Zwischen digitaler Welt und Live-Bühne gelingt es ihnen, die Alte Musik einem weltweiten Publikum weit jenseits klassischer Konzertsäle zugänglich zu machen. Während die eine eine riesige Online-Community mobilisiert, behauptet die andere ihre künstlerische Persönlichkeit auf den großen Weltbühnen. Zwei Ausnahmetalente, die – jede auf ihre ganz eigene Art – zu prägenden Schlüsselfiguren der Alten Musik geworden sind.