Filippo Finazzi: Soldat, Kastrat und Komponist
Vor genau 250 Jahren, am 22. April 1776, verstarb unweit von Hamburg der italienische Kastrat Filippo Finazzi. Hinter ihm lag ein abenteuerreiches Leben als gefeierter Sänger, Komponist und ehemaliger Kavalleriehauptmann. Drei Jahrzehnte zuvor hatte er sich in einer Oper aus eigener Feder glanzvoll von der Hamburger Bühne verabschiedet. Zu seinem Gedenken erweckt das Ensemble Hamburger Ratsmusik nun mehrere unveröffentlichte Sinfonien und Kantaten dieses außergewöhnlichen Künstlers zu neuem Leben und würdigt damit eine einzigartige Figur der europäischen Opernwelt des 18. Jahrhunderts.
Im 16. Jahrhundert: Das Cembalo des chinesischen Kaisers
Zwischen dem Spanien des Goldenen Zeitalters und der chinesischen Verbotenen Stadt zeichnet „El clave del Emperador“ das einzigartige Schicksal von Diego de Pantoja nach, einem Jesuiten, Musiker und Vermittler zwischen zwei Welten. Mit dem Íliber Ensemble und Todos los Tonos y Ayres lässt die CD Cembalo, chinesische Instrumente und klassische Traditionen in einen Dialog treten, um die historische Untersuchung in eine wahrhaftige Klangreise zu verwandeln.
Traetta: „Ifigenia in Tauride“
Glucks Iphigénie en Tauride kennt man; hier ist nun die seltenere Vertonung von Tommaso Traetta, vorgestellt von Christophe Rousset und Les Talens Lyriques. Diese in Innsbruck aufgenommene Einspielung rückt eine andere musikalische Lesart des Mythos wieder ins Licht, zwischen dem Erbe der opera seria und neuen dramatischen Ansprüchen, getragen von einem engagierten Sängerensemble. Eine Entdeckung!
La Passione di Gesù
Mit „La Passione di Gesù“ legt Leonardo García-Alarcón sein erstes großes Oratorium vor, das unter seinem eigenen Namen veröffentlicht wird. Inspiriert von Borges, Bach, Pasolini und dem Judas-Evangelium, erschafft das Werk ein geistliches und musikalisches Labyrinth, in dem Judas, Maria Magdalena und der auferstandene Christus zu Figuren einer inneren Passion werden.
Reines
Mit „Reines“ unternehmen Véronique Gens und das Ensemble Les Surprises eine Reise durch die französische Oper vom Zeitalter Lullys bis ans Ende des 18. Jahrhunderts. Zwischen machtvollen Heldinnen und verletzlichen Figuren entfaltet das Programm eine eigene Dramaturgie, getragen von einem kollektiven Ansatz und einem ausgeprägten Sinn für Musiktheater.
„Tranquilles cœurs“
Auf diesem Debütalbum nimmt das Ensemble Théodora die Hörer:innen mit auf eine Reise zwischen Frankreich und dem deutschsprachigen Raum, von Lully und Campra bis zu den Brüdern Krieger, auf der sich verschiedene Stile kreuzen und verwandeln. Getragen von einer ausdrucksstarken Stimmpalette und einem fein ausgearbeiteten Continuo bringt die Aufnahme die Vielfalt der Kompositionsstile und -charaktere zur Geltung.

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