Paläste, Kreuzgänge und Sommernächte

SPANIEN – PORTUGAL

→Von Sevilla bis Barcelona, von Granada bis Alcobaça oder Marvão – auf der Iberischen Halbinsel treffen jeden Sommer Alte Musik und lebendiges Kulturerbe aufeinander. Gärten, Paläste, Kreuzgänge, Klöster und befestigte Städte werden zur historischen Kulisse für Repertoires aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock; ein Erlebnis zwischen sakraler Inbrunst, polyphoner Erinnerung und musikalischen Nächten unter freiem Himmel.

SPANIEN – PORTUGAL
Francisco Collantes (1599-1656), Landschaft mit Hirten, erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. © Museo Nacional del Prado, Madrid.

Die 15 Festivals werden in der Reihenfolge ihrer Eröffnung von Mai bis Oktober vorgestellt. Die untenstehende Übersicht listet sie auf und ermöglicht den direkten Zugriff auf die jeweiligen Veranstaltungsseiten, auf denen Sie Termine, Veranstaltungsorte, Künstler und die wichtigsten Höhepunkte finden. Einen schönen Sommer voller Musik!

SPANIEN

9. Mai – 7. Juni – Espurnes Barroques (Katalonien)

Espurnes Barroques (Katalonien)

© Espurnes Barroques

„In somnium“

Vom 9. Mai bis zum 7. Juni 2026

Die 9. Ausgabe dieses einzigartigen Festivals, das sich nicht nur der Barockmusik, sondern auch der lokalen Küche widmet, bildet den idealen Auftakt zur spanischen Sommer-Festivalsaison. Die Konzerte finden an fünf Wochenenden in zwanzig Städten im Herzen Kataloniens am Fuße der Pyrenäen statt, einer Region mit einem reichen barocken Kunstschatz, der die Wirren von Zeit und Krieg überdauert hat. Jedes Konzert wird von einer kulinarischen Verkostung begleitet, die thematisch fein auf das musikalische Programm abgestimmt ist. Künstlerische, gesellschaftliche und pädagogische Aktivitäten runden das vielfältige musikalische  Angebot ab. Das Thema der diesjährigen Ausgabe entführt das Publikum in die Welt des Schlafes und der Träume. Dabei treffen erfahrene Künstler auf aufstrebende Talente, manchmal sogar unmittelbar im selben Programm. So interpretiert etwa in „Goldberg en dansa“ der junge Nachwuchsstar Rodrigo Belío Bachs Goldberg-Variationen zu einem Tanz des um ein halbes Jahrhundert älteren Cesc Gelabert. Renommierte Namen wie La Grande Chapelle, das Orquesta Barroca de Sevilla oder Montserrat Torrent – die große spanische Organistin, die im April ihren 100. Geburtstag feierte – zählten bereits zu den Höhepunkten des bisherigen Jahres. Für die zweite Hälfte des Festivals dürfen sich Musikliebhaber auf weitere Sternstunden freuen: Zu den kommenden Highlights zählen „Oneiroi“, ein Recital des Countertenors Xavier Sabata (begleitet von Dani Espasa und Lluís Coll), sowie Monteverdis „Il combattimento di Tancredi e Clorinda“, aufgeführt vom Ensemble Contratemps. 

11. Juni – 12. Juli – Festival von Granada

Festival von Granada (Andalusien)

© Festival de Granada 2026

Doppeltes Jubiläum

Vom 11. Juni bis 12. Juli 2026

Das Internationale Festival für historische Musik und Tanz in Granada ist zwar nicht ausschließlich der Alten Musik gewidmet, doch sein überaus facettenreiches Programm umfasst Konzerte mit Repertoires aus Mittelalter, Renaissance und Barock, die in einigen der prächtigsten historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt stattfinden. Die 75. Ausgabe des Festivals – die zugleich mit dem 500. Jahrestag der Hochzeitsreise von Kaiser Karl V. in Granada zusammenfällt – wird mit einer Reihe von Konzerten gefeiert. Den Auftakt bildet ein Ereignis im Palast Karls V. inmitten der Alhambra: Das Publikum erwartet eine szenische Nachstellung seiner Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, untermalt von jener Musik, die 1530 in Bologna zu diesem Anlass gespielt wurde. Die Mittags-Konzertreihe bietet ein Recital von Olivier Latry, dem Organisten von Notre-Dame de Paris, sowie ein Konzert mit Werken von Agostino Steffani, aufgeführt von der Capilla Santa María unter der Leitung ihres Dirigenten Carlos Mena. Ein weiteres Highlight erwartet die Besucher im Freilichttheater der Gärten des Generalife: Hier präsentiert das Malandain Ballet Biarritz in Zusammenarbeit mit der Academia Barroca del Festival de Granada (unter der musikalischen Leitung von Aarón Zapico) das Stück „Les Saisons“, choreografiert zur Musik von Antonio Vivaldi und Giovanni Antonio Guido. 

23. Juni – 28. Juni – Música Antigua Madrid

Música Antigua Madrid

Die Puerta del Sol in Madrid © DE

Sechs Einblicke in das 17. und 18. Jahrhundert 

Vom 23. bis 28. Juni 2026

Música Antigua Madrid (MAM) ist mittlerweile fest in der Madrider Kulturszene verankert. Anlässlich seiner 7. Ausgabe präsentiert das Festival in diesem Jahr im Teatro Fernán Gómez (Centro Cultural de la Villa) sechs außergewöhnliche Konzerte, die der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts gewidmet sind. Das Festival eröffnet mit einem Programm von El Gran Teatro del Mundo, das dem Werk von Arcangelo Corelli gewidmet ist. Die Camerata Iberia bringt im Anschluss Werke aus dem Vizekönigreich Peru zu Gehör, darunter Kompositionen von Tomás de Torrejón y Velasco und Sebastián Durón. Das preisgekrönte Ensemble Brezza spielt Quartette von Jean-Baptiste Quentin dem Jüngeren, komponiert für Querflöte, Violine, Viola da gamba und Cembalo, während Tamar Lalo und ihr Ensemble Echo et Dulce das Schaffen von Giuseppe Sammartini in den musikalischen Mittelpunkt rücken. Eine spannende Brücke ins Heute schlägt „Panamericana, Lookingback“: Das Projekt unter der Leitung des deutschen Multidisziplinärkünstlers Andreas Prittwitz verleiht jener Musik, die einst während der Kolonialisierung nach Amerika gelangte, eine zeitgenössische Perspektive. Das Festival endet mit einem Konzert der Brüder Pablo und Daniel Zapico, die Werke von Filippo Dalla Casa und Antonino Reggio interpretieren werden. Die Konzerte finden in einem intimen und unprätentiösen Rahmen auf der Plaza de Colón statt, in der Nähe der wichtigsten Museen der Stadt und des Retiro-Parks. 

29. Juni – 5. Juli – Música Antigua Xixón

Música Antigua Xixón (Asturien)

© Música Antigua Xixón 2026

Frauen in der Alten Musik

Vom 29. Juni bis 5. Juli 2026

Das Festival Música Antigua Xixón (MúAX), das sich voll und ganz der Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barock verschrieben hat, stellt in seiner 29. Ausgabe die Rolle der Frauen in der Alten Musik in den Mittelpunkt. Unter Mitwirkung renommierter Künstler und Fachleute wird diese Thematik aus vielfältigen und spannenden Perspektiven beleuchtet. Das Festival bringt Kammerensembles und kleine Orchester, erfahrene Interpreten und Nachwuchskünstler im Rahmen einer Woche intensiver musikalischer, künstlerischer und pädagogischer Aktivitäten zusammen, die Konzerte, Kurse und Workshops vereinen. Als besondere Neuerung hält in diesem Sommer erstmals auch der historische Tanz Einzug in das Festivalprogramm. Für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren wird parallel ein musikalisches Rahmenprogramm angeboten: das Peque Festival Antiqvo. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen dabei am Abschlusstag sogar selbst ein einstudiertes Musikstück zur Aufführung bringen. Die meisten Konzerte finden im Centro de Cultura Antiguo Instituto statt, einem historischen Denkmal aus dem 18. Jahrhundert im Stadtzentrum, das von Juan de Villanueva, dem Architekten des Museo del Prado in Madrid, entworfen wurde. 

3. Juli – 25. Juli – Festival de Vélez-Blanco

Festival für Renaissance- und Barockmusik von Vélez-Blanco (Andalusien)

Das Dorf Vélez-Blanco © Instituto de Turismo de España

„Celebraciones“

Vom 3. bis 25. Juli 2026

Unter dem Motto „Celebraciones“ (Feierlichkeiten) widmet sich die 25. Ausgabe des Festivals für Renaissance- und Barockmusik in Vélez-Blanco den vielfältigen Formen, in denen Musik zur feierlichen Untermalung großer historischer Ereignisse eingesetzt wurde. Die meisten Konzerte finden in der Kirche und im historischen Kreuzgang des Klosters San Luis aus dem 16. Jahrhundert statt. Zu den besonderen Höhepunkten zählen ein Recital des Countertenors Manuel Ruiz an der Seite des Íliber Ensembles von Darío Tamayo mit Arien von Händel, Vivaldi und Hasse; ein Kammermusikprogramm rund um Elisabeth Farnese, die bei ihrer Heirat mit König Philipp V. ihren italienischen Musikgeschmack nach Spanien brachte, interpretiert vom Geiger Jorge Jiménez und Tercia Realidad; sowie das 1684 komponierte Oratorium „Il martirio di Santa Teodosia“ von Alessandro Scarlatti, aufgeführt von Eduardo López Banzo und Al Ayre Español. Die Festivalakademie, der es in den vergangenen Jahren gelungen ist, eine starke lokale Musiktradition wiederzubeleben, konzentriert sich in dieser Ausgabe auf Henry Purcells „Dido and Aeneas“. Das Werk wird am letzten Abend in einer konzertanten Fassung unter der Leitung von Aarón Zapico präsentiert. 

7. Juli – 16. Juli – Bachcelona (Katalonien)

Bachcelona (Barcelona, Katalonien)

La Llanterna im Auditori de Barcelona © L’AUDITORI

Bach in all seinen Facetten

Vom 7. bis 16. Juli 2026

Der Tenor und Dirigent Lluís Vilamajó eröffnet die 14. Ausgabe des Festivals Bachcelona 2026 mit einem Programm aus Bach-Kantaten, die von den Mitgliedern der Bachcelona Akademie 2026 im L’Auditori aufgeführt werden. Bachs Kantaten bilden auch den Abschluss des Festivals im Rahmen eines Konzerts im Museu de la Música, das im selben Komplex stattfindet und bei dem Instrumente aus der historischen hauseigenen Sammlung zum Einsatz kommen. Dazwischen sind drei weitere Konzerte geplant: eine achtstimmige Requiem-Messe von Joan March (1582–1658) in der Sala Parés; „Breaking Bach“, ein Bach-Hindemith-Programm für Viola, interpretiert von Isabel Villanueva im für die Stadt symbolträchtigen Mies-van-der-Rohe-Pavillon; sowie ein Kammermusikkonzert des norwegischen Barockensembles Barokkanerne mit der Sopranistin Johanna Falkinger.  Darüber hinaus bereichern zwei besondere Filmvorführungen das Programm: Pier Paolo Pasolinis „Das Matthäusevangelium“, dessen Soundtrack Bachs Musik in den Mittelpunkt rückt, sowie Buster Keatons „The General“, der von einer neu komponierten, von Bach inspirierten Filmmusik begleitet wird. Mit „Swing Bach!“, einer Tanz-Jam-Session auf dem Gelände des bemerkenswerten Jugendstil-Krankenhauskomplexes Sant Pau, rundet das Programm ab. 

17. Juli – 9. August – Festival Castell de Peralada (Katalonien) 

Festival Castell von Peralada (Katalonien)

Auditorium im Schlosspark © Castell de Peralada

Zwei Barock-Veranstaltungen

Vom 17. Juli bis 9. August 2026

Das überaus vielseitige Programm der 40. Ausgabe des Festivals umfasst in diesem Sommer zwei Barockkonzerte. Mit „4 Danced Seasons“ erwartet das Publikum eine Hip-Hop-Interpretation von Vivaldis berühmtem Meisterwerk, choreografiert von Mourad Merzouki und musikalisch umgesetzt von Le Concert de la Loge unter der Leitung von Julien Chauvin. Das Abschlusskonzert in Peralada wird in diesem Jahr ein Recital der Sopranistin Núria Rial mit Les Musiciennes du Concert des Nations unter der Leitung von Jordi Savall sein. 

3. August – 10. August – Música Antigua Daroca

Música Antigua Daroca (Aragon)

Das Dorf Daroca © Instituto de Turismo de España

Dowland und Burney im Rampenlicht

Vom 3. bis 10. August 2026

Eines der ältesten Festivals für Alte Musik in Spanien, Música Antigua Daroca, zeichnet sich dadurch aus, dass es von einem internationalen Meisterkurs begleitet wird, an dem renommierte Spezialisten für Alte Musik aus aller Welt teilnehmen. Diese unterrichten morgens und nachmittags Schüler aller Niveaustufen – Anfänger, Fortgeschrittene und Profis –, bevor sie abends in den Kirchen der Stadt auftreten.  Zu den Dozenten dieses Jahres zählen Furio Zanasi für Barockgesang, Luis Antonio González für Kammermusik sowie Vokal- und Instrumentalensembles und Juan Carlos de Mulder für Zupfinstrumente. Im Mittelpunkt dieser 48. Festivalausgabe stehen die Werke von John Dowland und Charles Burney. Darüber hinaus wird ein historisches Jubiläum feierlich begangen: der 400. Jahrestag der Veröffentlichung der „Facultad orgánica“ des sevillanischen Organisten Francisco Correa de Arauxo. 

3. August – 31. August – Festival de Santander (Kantabrien)

Internationales Festival von Santander (Kantabrien)

© Festival de Santander

Alte Musik als Rahmenprogramm

Vom 3. bis 31. August 2026

Das Festival Internacional de Santander zählt zu den größten Festspielen für klassische Musik in Spanien. Während sich das Hauptprogramm in der Regel dem großen sinfonischen Repertoire und der Klaviermusik widmet, finden hier auch Oper, Flamenco und andere traditionelle iberische Musikstile ihren Raum. In der diesjährigen 75. Ausgabe bereichern zwei Barockproduktionen den Spielplan im Palacio de Festivales: „Le Carnaval baroque“ des Ensembles Le Poème Harmonique unter der musikalischen Leitung von Vincent Dumestre sowie Henry Purcells Meisterwerk „Dido and Aeneas“, choreografiert von Blanca Li zu einer Einspielung von Les Arts Florissants unter William Christie. Darüber hinaus gibt es ein Rahmenprogramm mit dem Titel „Marcos Históricos“, das mehr als 30 Konzerte in historischen Stätten in der gesamten Region Kantabrien bietet, wobei die Alte Musik stark vertreten ist. Zu den Höhepunkten zählen die Auftritte von La Real Cámara, La Ritirata, Pablo und Daniel Zapico, Capella de Ministrers, Juan de la Rubia und Marco Mezquida, Vincenzo Capezzuto und Giancarlo Bianchetti, Musica Ficta sowie der 100-jährigen Organistin Montserrat Torrent. 

10. August – 16. August – Festival Jordi Savall (Katalonien)

Festival Jordi Savall (Katalonien)

© Festival Jordi Savall

Totale Sonnenfinsternis

Vom 10. bis 16. August 2026

Die 6. Ausgabe des Festivals findet an den großen klösterlichen und mittelalterlichen Stätten Kataloniens statt – rund um das königliche Kloster Santes Creus, aber auch in Montblanc, Valls und Alcover. Das diesjährige Leitmotiv widmet sich der totalen Sonnenfinsternis, die am 12. August über Nordspanien hinwegziehen wird. Am selben Abend wird an einem geheim gehaltenen Ort ein besonderes Konzert veranstaltet. Auf dem Programm stehen: ein Theorbe- und Gitarrenkonzert mit Werken von Händel und Purcell, interpretiert von Josep Maria Martí …selbstverständlich inklusive spezieller Schutzbrillen für die Gäste zur gemeinsamen Beobachtung des Himmelsereignisses! Zu den weiteren Konzerten gehören eine Feier zur historischen Weltumsegelung von Juan Sebastián Elcano vor über 500 Jahren durch das Euskal Barrokensemble sowie ein Recital mit Opernarien von Núria Rial. Weitere Höhepunkte sind eine Hommage an Kopernikus mit Musik seiner Zeit, interpretiert von polnischen Solisten, La Capella Reial de Catalunya und Hespèrion XXI unter der Leitung von Jordi Savall; die Cello-Suiten von Bach, interpretiert von Christophe Coin; sowie ein Orgelkonzert der 100-jährigen Montserrat Torrent, die dabei von einem ihrer renommiertesten Schüler, Juan de la Rubia, begleitet wird. 

[September] – Semana de Música Antigua de Estella

Woche der Alten Musik in Estella (Navarra)

Die Stadt Estella-Lizarra während der Sommerfestlichkeiten © Tourismus Navarra

Zum Klang der Glocken von Compostela

September 2026

Die 57. Ausgabe der Semana de Música Antigua de Estella-Lizarra in Navarra, eines der ältesten Musikfestivals Spaniens, beginnt am ersten Septemberwochenende zum Klang der Glocken aller Kirchen dieser wichtigen Etappe des Pilgerwegs nach Santiago de Compostela, einer Stätte, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Unter der künstlerischen Leitung der aus Navarra stammenden Sopranistin Raquel Andueza, die diese Aufgabe seit 2020 innehat, organisiert das Festival Konzerte in den Kirchen von Estella-Lizarra und dehnt sein Programm gelegentlich auch auf umliegende Städte aus.

1. Oktober – 23. Oktober – Festival Música Sacra Granada

Festival für geistliche Musik in Granada (Andalusien)

Kreuzgang des königlichen Klosters San Jerónimo © Yolanda Girón

Das jüngste Festival für Alte Musik

Vom 1. bis 23. Oktober 2026

Dieses noch junge Festival für geistliche Musik wurde im Jahr 2024 von dem aus Granada stammenden Cembalisten Darío Tamayo gegründet. Es hat sich zum Ziel gesetzt, spirituelle Vielfalt und interkulturellen Dialog durch Musik zu feiern. Eine seiner zentralen Aufgaben besteht in der Bewahrung und Verbreitung des musikalischen Erbes, wobei ein besonderer Fokus auf dem barocken Spanien und dem spanischen Amerika liegt. Die Konzerte finden in historischen Bauwerken der Stadt statt, wie dem Real Monasterio de San Jerónimo, der Kirche Santo Domingo oder der an die Kathedrale angrenzenden Königskapelle. Diese 3. Ausgabe des Festivals bietet in diesem Jahr fünf Konzerte, von denen das letzte von Tamayo selbst mit seinem Ensemble Íliber dirigiert wird: „Ardientes“, ein Pasticcio aus Oratorien des 17. Jahrhunderts, die von italienischen Komponisten geschrieben wurden. Alle Details zur diesjährigen Ausgabe werden im September bekannt gegeben. 

PORTUGAL

14. Mai – 6. Juni – Lisboa Música Antiga

Lisboa Música Antiga (Lissabon)

Das barocke Kloster dos Cardaes © Museu do Convento dos Cardaes

Bach und Händel im Bairro Alto und im Chiado

Vom 14. Mai bis zum 6. Juni 2026

Nach Konzerten im barocken Kloster dos Cardaes, einem der wenigen Gebäude Lissabons, die das Erdbeben von 1755 überstanden haben, und in der Kirche von Loreto findet das Festival Lisboa Música Antiga am 6. Juni seinen Abschluss. Im São Luiz Teatro Municipal erklingt Händels Meisterwerk „L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato“, interpretiert vom Ensemble Divino Sospiro und dem Nova Era Vocal Ensemble. Als Solisten interpretieren Valentina Varriale, Giulia Bolcato, Candida Guida, Benoît-Joseph Meier und Sergio Foresti unter der musikalischen Leitung von Massimo Mazzeo. Nur zwei Tage später gastieren diese herausragenden Musikerinnen und Musiker mit demselben Programm bei den renommierten Händel-Festspielen im deutschen Halle. 

26. Juni – 31. Juli – Festival Cistermúsica (Alcobaça)

Festival Cistermúsica (Alcobaça) 

© Cistermúsica 2026

„Auferstehung“

Vom 26. Juni bis 31. Juli 2026

Cistermúsica, das wohl bedeutendste Musikfestival Portugals, bietet ein reichhaltiges und überaus vielseitiges Programm rund um das diesjährige Leitthema „Ressurreição“, das sich keineswegs allein auf die klassische Musik beschränkt. Die meisten der über 40 geplanten Konzerte finden in den altehrwürdigen Mauern des historischen Klosters statt, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Fünf dieser Abende sind ganz der Alten Musik gewidmet, darunter das Eröffnungskonzert am 26. Juni: eine Aufführung von Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe durch das Ludovice Ensemble. Am 5. Juli präsentiert das Ensemble Cupertinos ausgewählte Marienlieder aus der musikalischen Blütezeit der portugiesischen Polyphonie. Cantoría am 12. Juli, O Bando de Surunyo am 19. Juli und Vocal Ensemble am 23. Juli runden das Angebot an Alter Musik ab. 

24. Juli – 2. August – Festival Internacional de Marvão

Internationales Musikfestival (Marvão)

© Festival de Música de Marvão

Festival in einer mittelalterlichen Festungsstadt

Vom 24. Juli bis zum 2. August 2026

Dieses Festival wurde im Jahr 2014 von dem deutschen Dirigenten Christoph Poppen ins Leben gerufen und steht heute unter der gemeinsamen künstlerischen Leitung mit der Sopranistin Juliane Banse. Obwohl der musikalische Schwerpunkt nicht primär auf der Alten Musik liegt, bietet es am 25. Juli ein Konzert des renommierten Vokalensembles Cupertinos, das auf das musikalische Erbe Portugals spezialisiert ist und in der Kirche des Convento de Nossa Senhora da Estrela Werke der Marienverehrung aus dem Goldenen Zeitalter der portugiesischen Polyphonie aufführen wird. Das Festivalprogramm ist reichhaltig und umfasst bis zu vier Konzerte pro Tag, die in den örtlichen Kirchen sowie in der Burg stattfinden, die diese malerische mittelalterliche Festungsstadt im Parque Natural da Serra de São Mamede im Alto Alentejo überragt.