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In Valenciennes im Norden Frankreichs tragen Yannick Lemaire und das Ensemble Harmonia Sacra seit zwanzig Jahren das Festival „Embar(o)quement immédiat“ (Jubiläumsausgabe vom 6. bis 31. Mai) und seit Kurzem ein ehrgeiziges Projekt für ein Musikzentrum im Hôtel de Barneville. Entwickelt sich die Stadt in diesem ehemaligen Bergbaurevier gerade zu einem neuen bedeutenden Zentrum für Alte Musik?

Sowohl in Cleveland als auch in London tritt Apollo’s Fire den Beweis gegen den vermeintlichen Niedergang der klassischen Musik an. Das 1992 von der Cembalistin und Dirigentin Jeannette Sorrell gegründete Ensemble hat sich binnen weniger Jahrzehnte als eines der dynamischsten der amerikanischen Barockszene etabliert. Zwischen der Treue zum barocken „Affekt“ und der Kühnheit seiner Programme begeistert es ein stetig wachsendes Publikum – getragen von einer unbändigen Bühnenenergie und einer unverfälschten künstlerischen Vision.
Das Ensemble Les Surprises und sein Gründer sowie musikalischer Leiter, Louis-Noël Bestion de Camboulas, feiern 2026 ihr 15-jähriges Bestehen. Seit Februar präsentieren sie aus diesem Anlass insbesondere eine Neuinszenierung von Purcells „Dido und Aeneas“. Dieses emblematische Werk des Barockrepertoires wird vom Ensemble in einer originellen szenischen Form neu gedeutet: mit einer rein weiblichen Besetzung, direkt in die Handlung integrierten Musikern, gesprochenen Texten und einer choreografischen Dimension.
Kennen Sie die „Kofferarien“ – jene airs de malle, die Opernsängerinnen und -sänger im 17. und 18. Jahrhundert in ihrem Reisegepäck mitführten? In diesem dritten Teil unserer Serie nehmen wir Kurs auf die Straßen Europas, um der italienischen Oper zu begegnen. Nach dem Weg des Kirchengesangs der frühen Christen im 4. Jahrhundert und den Wanderungen der franko-flämischen Musik in der Renaissance lädt diese Folge dazu ein, ein in Florenz geborenes Genre zu entdecken, das in weniger als hundert Jahren ganz Europa eroberte.
Ausgebildet in Caracas und am Conservatoire de Paris: Der Sopranist Samuel Mariño erzählt, warum er durch seine Diplomprüfung fiel, weil er kein gewöhnlicher Countertenor war, wie er seine extravaganten Bühnenoutfits in Second-Hand-Läden aufspürt – und warum er sich eine empathischere Welt wünscht.