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Sie sind zu viert, treffen alle Entscheidungen gemeinsam und verstehen sich als ebenso freies wie anspruchsvolles Kollektiv. Das in London gegründete und in der französischen Musik verwurzelte Ensemble Théodora baut seinen sorgfältig ausgefeilten Klang auf Freundschaft, intensive Quellenstudien, den Faktor Zeit sowie eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Lucie Chabard und Mariamielle Lamagat erzählen von den Anfängen und Wurzeln dieses außergewöhnlichen Quartetts.
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des L’Orfeo Barockorchesters blicken die Gründerinnen Michi Gaigg und Carin van Heerden auf drei Jahrzehnte intensiver Entwicklung, künstlerischer Eigenständigkeit und passionierter Arbeit an Klang und Interpretation zurück. Das nach wie vor äußerst dynamische Ensemble gastiert vom 1. bis 9. August auf Schloss Greinburg (Österreich) mit „Sophia“, einer fiktiven Oper von Bach, in der Kantaten und Chöre mit künstlicher Intelligenz, Freiheit und unserer Vorstellung von Menschlichkeit in Dialog treten.

Als Liebhaber der französischen Sprache und der Stimmen, die sich zwischen den klassischen Stimmfächern bewegen, findet Olivier Bergeron bei Charpentier ein ideales Betätigungsfeld. Mit 29 Jahren macht der Bariton aus Québec den Komponisten zu einem roten Faden seines Jahres 2026. Als in Montréal und Paris ausgebildeter Preisträger des „Jardin des Voix“ geht er in diesem Sommer erneut mit Les Arts Florissants und William Christie auf Nordamerika-Tournee, bevor er in Montréal als Papageno debütiert.
In New York macht GEMS („Juwelen“) seinem Namen alle Ehre: Seit 2007 hilft diese unauffällige, aber unverzichtbare Einrichtung jungen Ensembles für Alte Musik dabei zu wachsen, Finanzmittel zu beschaffen, Konzerte zu organisieren und ein Publikum zu gewinnen. John Thiessen leitete GEMS von 2022 bis vor Kurzem als Executive Director. Während die Organisation unter neuer Führung ein neues Kapitel aufschlägt, blickt der aus Kanada stammende Musiker darauf zurück, wie GEMS zu einer der treibenden Kräfte der amerikanischen Alte-Musik-Szene geworden ist.
Was wäre, wenn die wahre Revolution darin läge, wieder gemeinsam mit Menschen Musik zu machen? In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz gefälschte geistliche Gesänge hervorbringt und Kultur zum bloßen Konsumgut reduziert wird, schlägt Marcel Pérès einen anderen Weg ein: menschliche Stimmen, von Hand zu Hand weitergegebene Gesten, unvorhersehbare musikalische Abende und der altrömische Gesang, der zu seiner rituellen Kraft zurückfindet. In Moissac wird die Alte Musik wieder zum Erlebnis.

Wer in der Welt der Alten Musik kennt nicht die Spuren, die Marcel Pérès und sein Ensemble Organum hinterlassen haben? Als Klangarchäologe, Pionier einer auf alte Repertoires angewandten Ethnomusikologie und Denker geistlicher Musik hat sich der französische Musikwissenschaftler, Sänger und Dirigent als eine der bedeutendsten europäischen Persönlichkeiten der Wiederbelebung mittelalterlicher Musik etabliert. Kurz vor seinem 70. Geburtstag erzählt er sein Leben wie einen Roman.