Chanticleer: Von der Renaissance bis zum Gospel
19. Juni | 22.30 Uhr
In San Francisco wird es seit Langem „das Orchester der Stimmen“ genannt. Benannt nach dem Hahn mit dem „hellen Gesang“ aus Geoffrey Chaucers Canterbury Tales, zählt Chanticleer, 1978 von dem Tenor und Musikwissenschaftler Louis Botto gegründet, heute zu den weltweit meistbewunderten Vokalensembles. Entstanden aus dem Wunsch, die damals im Konzertleben wenig präsente mittelalterliche und Renaissance-Polyphonie neu zu beleben, hat dieser professionelle reine Männerchor seinen Horizont Schritt für Schritt erweitert und umfasst heute nahezu tausend Jahre Vokalmusik.
Das Ensemble, bestehend aus zwölf Sängern – Countertenören, Tenören, Baritonen und Bässen –, beeindruckt durch die außergewöhnliche Homogenität seines Klangs und die Flexibilität seiner Besetzung, die von Josquin des Prez zu Palestrina, von Purcell zum Gospel, von afroamerikanischen Spirituals bis zu zeitgenössischen Werken wechseln kann. Vokale Virtuosität verbindet sich hier mit unersättlicher Neugier und macht jedes Programm zu einer Reise durch Stile, Epochen und Traditionen. In Nürnberg kann das Publikum außerdem Vocal Jazz, Volkslieder und Barbershop entdecken.
- Chanticleer, Ensemble
- Tim Keeler, Leitung
Solomon’s Knot: zwei festliche Bach-Kantaten
19. Juni | 19.00 Uhr
An alle Bach-Fans: Das Londoner Künstlerkollektiv Solomon’s Knot zählt zu den führenden Barockensembles Europas. 2008 in London von dem britischen Sänger und Dirigenten Jonathan Sells gegründet, hat sich Solomon’s Knot als eines der einfallsreichsten Ensembles der englischen Alte-Musik-Szene etabliert. Das Ensemble, das einige der besten britischen Spezialisten für das Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts vereint, zeichnet sich durch eine Interpretation ohne Noten aus: Sänger wie Instrumentalisten musizieren auswendig, in einem Ansatz, der das Verhältnis zu Text, Hören und Bühnenpräsenz neu bestimmt.
Besonders hervorgetreten ist das Ensemble mit dem Werk Johann Sebastian Bachs, dessen geistlichen Kantaten es in einem ambitionierten Interpretationsprojekt weiter erschließt. Seine Deutungen, von großer polyphoner Klarheit, überzeugen durch die Balance zwischen stilistischer Strenge, expressiver Freiheit und einer beinahe kammermusikalischen Spontaneität. Solomon’s Knot tritt in Nürnberg mit den festlichen Kantaten Gott fähret auf mit Jauchzen BWV 43 und Es erhub sich ein Streit BWV 19 auf, im Wechsel mit virtuosen Arien und intimen Chorälen.
- Solomon’s Knot, Ensemble
- Jonathan Sells, Leitung
Maayan-Licht-Recital: Händel, Porpora und Vivaldi
19. Juni | 20.45 Uhr
Der israelische Sopranist Maayan Licht gilt heute als eine der faszinierendsten Entdeckungen der jungen Operngeneration. Der Preisträger in der Kategorie „Best Newcomer“ bei den Oper! Awards 2025 verfügt über jene seltene Stimme eines männlichen Soprans, die ein Repertoire erschließen kann, das nur wenige Sänger mit solcher technischer Leichtigkeit und solcher expressiven Intensität zu gestalten vermögen. Sein bevorzugtes Terrain bleibt die Oper des 17. und 18. Jahrhunderts. Sein Gesang verbindet eine blendende Virtuosität, die an die große Tradition der Kastraten anknüpft, mit einer erstaunlichen expressiven Fragilität, fern jeder bloßen Zurschaustellung.
Als echtes Phänomen in den sozialen Netzwerken, mit Hunderttausenden von Abonnenten, trägt er dazu bei, das Bild der Oper bei jüngeren Generationen zu erneuern. Mit gerade einmal 33 Jahren verkörpert er eine neue Art, Künstler zu sein: eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Laufbahn daran erinnert, dass Alte Musik nie aufgehört hat, eine Kunst des Risikos, der Erfindung und des Staunens zu sein. In Zusammenarbeit mit dem polnischen Barockensemble {oh!} Orkiestra unter der Leitung der Geigerin Martyna Pastuszka präsentiert er in Nürnberg energiegeladene Arien von Georg Friedrich Händel, Nicola Antonio Porpora und Antonio Vivaldi.
- Maayan Licht, Sopranist
- {Oh!} Orkiestra, Ensemble
- Martyna Pastuszka, Violone und Leitung


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