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Nach der „Missa Tu es Petrus“ von 2023 und der „Missa Benevola“ von 2024 schließen I Fagiolini und Robert Hollingworth mit diesem dritten Album ihre umfassende Wiederentdeckung Orazio Benevolis ab, eines Meisters des spektakulären römischen Mehrchörigkeitsstils des 17. Jahrhunderts. Zwei weitere Weltersteinspielungen für drei beziehungsweise vier Chöre auf einem Album, das bereits für die Gramophone Awards 2026 nominiert wurde.
Drei geistliche Erzählungen, drei Menschen im Angesicht der Abwesenheit: Mit Purcell, Ferrandini und Charpentier erkunden Camille Delaforge und Il Caravaggio Angst, Zweifel und Einsamkeit in ihren zutiefst menschlichen Formen. Ein Album im Zeichen eines „Theaters des Verlassenseins“, ebenso reduziert wie intensiv.
Heute weitgehend unbekannt, zählte Pierre de Manchicourt im 16. Jahrhundert zu den bedeutenden Meistern der Polyphonie. Dreißig Jahre nach einer Aufnahme mit Paul Van Nevel kehrt Stephan MacLeod nun mit Gli Angeli Genève zu seiner Musik zurück – in einem Album, das Wiederentdeckung und Hommage zugleich ist.
Das spanische Vokalensemble Cantoría, gegründet und geleitet von Jorge Losana, feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Es hat sich zu einem der führenden Ensembles für Vokalmusik der iberischen Renaissance und des frühen Barock entwickelt und weitet seine Präsenz in Europa sowie zunehmend auch in Südamerika aus. Jorge Losana blickt auf diese Laufbahn zurück, wenige Wochen vor einem Auftritt im Louvre in Paris am 7. Oktober. Dieses Konzert eröffnet den Zyklus „Centuries of Gold and Shadow“, der als Begleitprogramm zur Zurbarán-Ausstellung des Museums konzipiert wurde.
False Consonance gründete sich 2020 im norddeutschen Bremen – ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als die Pandemie das europäische Musikleben zum Erliegen brachte. Das Quartett hat seine ungewöhnliche Besetzung zum Markenzeichen erhoben: vier Musikerinnen und Musiker, jedoch kein Tasteninstrument zur Stützung des Continuos. Eine Einschränkung, die schnell zum reizvollen Experimentierfeld avancierte.
Im Jahr 2026 wäre Giovanni Legrenzi 400 Jahre alt geworden. Als bedeutender Vertreter der italienischen Musik des 17. Jahrhunderts, der zu seiner Zeit bewundert wurde, später jedoch weitgehend aus dem Repertoire verschwand, nimmt er eine Schlüsselstellung zwischen dem Erbe Monteverdis und dem venezianischen Barock ein, der schließlich zu Vivaldi führen sollte. In Clusone, seiner Geburtsstadt in der Nähe von Bergamo, widmet ihm das Festival Musica Mirabilis bis zum 24. Oktober neun Konzerte, ein internationales Kolloquium und mehrere Wiederentdeckungen.
Mit „Folías y Glosas“ lässt Concerto Scirocco die instrumentale Klangwelt Spaniens im 16. und 17. Jahrhundert neu erstehen. Von den ministriles und Tänzen bis zu Ostinatobässen und improvisierten Variationen führt Giulia Genini durch Werke von Cabezón, Ortiz, Falconieri und Praetorius – in einem Programm, in dem Formen wandern, sich verwandeln und immer neue Klangfarben annehmen.
Marc-Antoine Charpentiers „Medea“ im Schatten von Lully? Kurz vor Beginn einer Tournee durch Frankreich und Belgien mit fünf Aufführungen dieser einzigen Oper Charpentiers in Konzertfassung blickt Stéphane Fuget, der Leiter des Ensembles Les Épopées, auf das Werk zurück: Es ist an der Zeit, Charpentier nicht mehr ausschließlich durch das Prisma seines mächtigen Vorgängers zu betrachten.
Von Bachs „Köthener Trauermusik“, die 1729 für die Trauerfeierlichkeiten zu Ehren Fürst Leopolds von Anhalt-Köthen entstand, ist die Musik verloren, doch das Libretto und zahlreiche Einzelheiten der Zeremonie sind erhalten. Solomon’s Knot legt nun eine neue, von Chad Kelly erarbeitete Rekonstruktion vor, die sich unter anderem auf die „Matthäus-Passion“ und die „Trauerode BWV 198“ stützt.