Für ihr erstes Recital bei Harmonia mundi kehrt Gabrielle Rubio zu jenen Komponisten zurück, die der französischen Traversflöte erstmals zu künstlerischem Ansehen verhalfen. Von Michel de La Barre bis Michel Blavet, über Hotteterre, Philidor, Boismortier und Couperin, entwirft die junge Flötistin eine Reise durch Tänze, Träumereien und musikalisches Helldunkel – von der gedämpften Intimität der königlichen Kammer bis zu den Salons des 18. Jahrhunderts.
Giovanni Acciai und Nova Ars Cantandi holen Antonio Domenico Nolas „Motetti pastorali per la solennità del Santo Natale“ wieder ans Licht: ein weit ausgreifendes neapolitanisches Fresko für vier Stimmen und Basso continuo, das fast vier Jahrhunderte im Verborgenen lag. Zwischen geistlicher Erzählung, ausdrucksstarker Polyphonie und Anklängen an volkstümliche Weihnachtstraditionen macht diese Einspielung eine bis heute wenig bekannte Persönlichkeit der neapolitanischen Musik an der Schwelle zum 18. Jahrhundert hörbar.
Mit „Clavecins concertants“ übertragen Olivier Fortin und Emmanuel Frankenberg eine ganze Welt des französischen Orchestertheaters auf zwei Cembali – von Lully bis Rameau, über Marais, d’Anglebert, Chambonnières, Lebègue und Forqueray. Ouvertüren, Chaconnen, Tanzsätze und berühmte Einzelstücke gewinnen in dieser Besetzung neue Weite: Die beiden Instrumente treten nicht nur miteinander in Dialog, sondern entwerfen gemeinsam die Farben, Schichtungen und die Energie eines Barockorchesters neu.