
Mit „Compositrices“ bringt Marta Gawlas Élisabeth Jacquet de La Guerre, Anna Bon und Wilhelmine von Bayreuth zusammen. Ohne aufdringliches Manifest macht die Flötistin die Raffinesse und Erfindungskraft barocker Komponistinnen hörbar, die auf Tonträgern noch zu selten vertreten sind.
Man meint, Bachs Sonaten für Viola da gamba und Cembalo zu kennen; Atsushi Sakai und Christophe Rousset rücken sie hier wieder in ihren Anteil an Dunkel und Geheimnis. Werke, die sich schwer einordnen lassen, ob als wirklicher Zyklus oder als Zusammenstellung eigenständiger Stücke, werden hier zu einem Raum des engen Dialogs zwischen Gambe und Cembalo, zwischen kontrapunktischer Strenge, innerem Gesang und Meditation.
Der rasende Roland hat die barocke Vorstellungswelt immer wieder in seinen Bann gezogen. Mit Furioso entwerfen Xavier Sabata, Le Concert de l’Hostel Dieu und Franck-Emmanuel Comte daraus einen konzentrierten Parcours, in dem Ariosts Held nacheinander als Ritter, als verlorener Liebender, als Gestalt der Raserei und als schwankende Seele erscheint. Eine Aufnahme wie ein inneres Theater.
Glucks Iphigénie en Tauride kennt man; hier ist nun die seltenere Vertonung von Tommaso Traetta, vorgestellt von Christophe Rousset und Les Talens Lyriques. Diese in Innsbruck aufgenommene Einspielung rückt eine andere musikalische Lesart des Mythos wieder ins Licht, zwischen dem Erbe der opera seria und neuen dramatischen Ansprüchen, getragen von einem engagierten Sängerensemble. Eine Entdeckung!