Early Music Vancouver: Die Entstehung der 55. Saison 

Mit Suzie Leblanc hinter den Kulissen der neuen Saison

→Sie ist eine großartige Sängerin und eine außergewöhnlich vielseitige Persönlichkeit: Suzie LeBlanc ist künstlerische und geschäftsführende Direktorin von Early Music Vancouver (EMV), einer der bedeutendsten kulturellen Institutionen Kanadas. Sie lädt uns ein, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, um zu entdecken, wie ihre Saison 2025/26 zustande gekommen ist. 

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Mit Suzie Leblanc hinter den Kulissen der neuen Saison
Le Pacific Baroque Orchestra © Jess MacAleese 2024

Sie gehört zu den großen Barocksopranistinnen der Welt, hat siebzig Aufnahmen vorzuweisen und ist in den prägenden Jahren der Bewegung mit allen führenden Ensembles für Alte Musik aufgetreten. Obwohl sie sich ursprünglich nicht einmal beworben hatte, wurde Suzie LeBlanc (geboren in New Brunswick, Kanada) von einem Headhunter angeworben und ist nun künstlerische und geschäftsführende Direktorin von Early Music Vancouver (EMV), einer der führenden Kulturinstitutionen Kanadas. Seit sie 2021 die Leitung übernommen hat, gestaltet LeBlanc ein Programm, das zugleich mutig und breit gefächert ist. EMVs 55. Saison ist ein Kaleidoskop an Reichtümern: von Chopin auf seinem bevorzugten Pleyel über Bach im Spiegel persischer Poesie bis hin zu jazzig-mittelalterlichen Mischformen und fulminantem Vivaldi-Feuerwerk. EMVs Hausensemble, das Pacific Baroque Orchestra (PBO), kommt dabei gebührend zum Zuge, und es gibt sogar ein digitales Programm, das maßgeschneiderte Konzerte direkt ins Wohnzimmer überträgt. Suzie LeBlanc erzählt, was bei der Planung einer Konzertsaison alles dazugehört und welche Höhepunkte bevorstehen. 

Wie wurde Early Music Vancouver gegründet? 

Suzie Leblanc: EMV begann 1970 als Basisinitiative, angeführt von einer Gruppe von Liebhabern Alter Musik, die informelle Konzerte und Workshops veranstalteten. Der Flötist José Verstappen hatte sich zunehmend der Administration zugewandt und wurde 1979 offizieller künstlerischer Leiter. Ihm folgte 2013 der kanadische Countertenor Matthew White, der 2020 zurücktrat. In seiner 55-jährigen Geschichte hatte EMV also nur drei künstlerische Leiter. 

EMV ist eine veranstaltende Organisation, und dennoch gibt es ein Residenzorchester – was sehr ungewöhnlich ist. Wie kam es dazu? 

S.L.: Das Pacific Baroque Orchestra wurde 1990 vom kanadischen Barockgeiger Marc Destrubé gegründet, der 2007 zurücktrat. Alexander Weimann wurde 2009 künstlerischer Leiter. Leider befand sich das PBO dann 2013 in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Matthew White sah darin aber auch eine Gelegenheit und holte das Orchester mit staatlicher Förderung unter das Dach von EMV, sodass es nun ein offizieller Teil unserer Organisation ist. Eine Art Haus-Band zu haben, macht uns als Veranstalter in der Tat einzigartig. 

Und der in Deutschland geborene Weimann kam als Musikdirektor mit dem PBO. 

S.L.: Ja! Alex ist ein außergewöhnlicher Organist, Tasteninspieler und Dirigent. Wir haben uns vor 40 Jahren in Berlin kennengelernt, als wir gemeinsam auftraten, und haben uns wiedergetroffen, als er nach Montreal auswanderte. Ich bewundere ihn so sehr, dass ich ihn bat, meine Aufnahme von Händels Gloria zu leiten. Insofern war die Aussicht, wieder mit Alex arbeiten zu können, auch eine große Motivation für mich, diesen Posten zu übernehmen,. 

Alex Weimann dirigiert Mozarts Requiem © Jess MacAleese 2025
Angel

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