GPS, queerPassion, Intrada, LaDocumenta.eu

Vier europäische Projekte, die Alte Musik neu gestalten 

→queerPassion, Intrada und LaDocumenta.eu: drei europäische Initiativen, die zeigen, wie sich die Alte Musik – als jahrhundertealtes Erbe – heute neu erfindet zwischen Inklusion, Vermittlung und digitaler Innovation 

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Vier europäische Projekte, die Alte Musik neu gestalten 

Ob es um eine queere Lesart der Johannespassion, um ein Sprungbrett für junge Barockinstrumentalistinnen und -instrumentalisten oder um eine digitale Plattform für geteilte Archive geht – die Alte Musik stellt immer wieder ihre Vitalität und Modernität unter Beweis. Diese vom Europäischen Netzwerk für Alte Musik (REMA/EEMN) und namhaften Ensembles getragenen Projekte machen deutlich, dass musikalisches Erbe im 21. Jahrhundert zu einem Werkzeug der Kreativität, der Weitergabe und der Reflexion werden kann. 

Das GPS (Grand Parcours Sonore) der Talens Lyriques 

Eine originelle Initiative des Teams für kulturelle Aktivitäten der Talens Lyriques: Das GPS – Grand Parcours Sonore – ist eine interaktive Lernmöglichkeit für alle Neugierigen. Es wurde als Karte des barocken Europa konzipiert und offeriert die Möglichkeit, die großen musikalischen Hauptstädte zwischen 1600 und 1789 zu erkunden, indem es Musik, Geschichte und Geographie miteinander verbindet. 

Dank einer dynamischen Planisphäre und einer Zeitleiste visualisieren die Nutzer die Entwicklung der europäischen Grenzen und stellen die wichtigsten Werke des Repertoires in deren Kontext. Wenn Sie also auf eine Stadt (Paris, Venedig, Wien, Neapel, Dresden…) klicken, gelangen sie auf einen Audioauszug aus dem Katalog der Talens Lyriques, begleitet von einem kurzen Text über den Komponisten und seine Zeit. 

Das Projekt, das während der Covid-Pandemie von Marie Onofrio und Aurélie Branger initiiert wurde, wurde kürzlich vom Kulturteam unter der Leitung von Clarisse Mathiot dank der Schirmherrschaft der Fondation Vinci abgeschlossen. 

Händels Schritte durch Europa folgen 

Ein Modul „Reise des Komponisten“ lädt dazu ein, die Routen großer reisender Musiker nachzuzeichnen, beginnend mit Georg Friedrich Händel, einer emblematischen Figur der reisenden Musikerszene im 18. Jahrhundert. Er war produktiv und unermüdlich, besuchte die wichtigsten Hauptstädte seiner Zeit – etwa Halle, Hamburg, Rom, Neapel, Venedig, Hannover, London – und nahm zahlreiche Einflüsse und verschiedene Stile auf. Jede Etappe seiner Reise ist im GPS mit einem emblematischen Werk verbunden, das in seinen historischen und kulturellen Kontext gestellt wird und das man auf der Karte lokalisieren und anhören kann. Diese Reise beleuchtet, wie Barockkünstler eine ineinander fließende und sich ständig bewegende europäische Kultur geprägt haben. Langfristig werden andere Reisende – Cimarosa, Boccherini, Porpora, Haydn – dieses Modul bereichern, um die Vision des musikalischen Europas zwischen 1600 und 1789 zu erweitern. 

Musik sehen, Geschichte hören 

Das GPS bietet ein feinsinniges und gut dokumentiertes Eintauchen in die Klanglandschaft des barocken Europa und begünstigt disziplinäre Überschneidungen und transversale Ansätze. Es geht auf ganz neue Weise auf die Begriffe Mobilität, kulturelle Einflüsse, politische und künstlerische Zentren ein und bietet gleichzeitig ein aktives Hören des europäischen Musikerbes an. 

Der Grand Parcours Sonore eignet sich für die Studiengänge Geschichte, Geographie, Musikpädagogik oder interdisziplinären Kunstunterricht und ist eine Einladung zu einer Zeitreise… – mit offenen Ohren! 

Angel

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