Madrid, Greenwich, Arnstadt, Carona, Straßburg

→Ein kleiner, nicht erschöpfender Überblick über die musikalischen Ereignisse dieser Woche in Europa: Scarlatti mit Los Elementos in Madrid, ein kommendes Dido and Aeneas unter dem Rumpf der Cutty Sark in Greenwich, Bach-Kantaten in Thüringen und in Straßburg Doulce Mémoire mit „Le Cri du tournebout“.

Madrid, Greenwich, Arnstadt, Carona, Straßburg
© Elvira Megías

In Madrid: Scarlatti und Los Elementos

Im Auditorio des Centro Nacional de Difusión Musical in Madrid präsentierte das Ensemble Los Elementos unter der Leitung von Alberto Miguélez Rouco im Rahmen des Zyklus „Universo Barroco“ das Oratorium La colpa, il pentimento, la grazia („Schuld, Reue, Gnade“) von Alessandro Scarlatti, basierend auf einer Handschrift aus der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden. Das Werk wurde erstmals am Kar­mittwoch 1708 in Rom aufgeführt und trägt den Untertitel Oratorio per la Passione di Nostro Signore Gesù Cristo („Oratorium über die Passion unseres Herrn Jesus Christus“).

Mit Natalia Labourdette, Natalie Pérez, Sara Mingardo, Los Elementos und Alberto Miguélez Rouco.

© Royal Museums Greenwich

Bald ein spektakuläres Dido and Aeneas mit dem Monteverdi Choir & Orchestra

Der Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists kündigen für den 21. Mai ein außergewöhnliches Ereignis an: In einer Inszenierung von Andrew Staples und unter der musikalischen Leitung von Jonathan Sells wird Dido and Aeneas, das Opernmeisterwerk von Henry Purcell, in der eindrucksvollen Kulisse des Trockendocks der Cutty Sark in Greenwich aufgeführt. Die Cutty Sark ist das letzte erhaltene Schiff der Klipperflotte, die im 19. Jahrhundert am Teehandel beteiligt war. Eine hochkarätige Solistenbesetzung lässt das von Vergils Aeneis (Buch IV) inspirierte Drama lebendig werden, während die Silhouette des Schiffes wie ein Schatten über der Szene schwebt. Ergänzt wird das Programm durch Purcells Funeral Sentences, komponiert für die Trauerfeier von Queen Mary, der Gründerin des Royal Hospital for Seamen auf dem Gelände des heutigen Old Royal Naval College in Greenwich.

Mit dem Monteverdi Choir & Orchestra und den English Baroque Soloists.

© Kai Eisentraut / Bach-Festival Arnstadt

In Arnstadt: Bach-Kantaten mit Musica Gloria

In der Kirche von Arnstadt, die im Leben Johann Sebastian Bachs eine wichtige Rolle spielte, präsentierte das junge Ensemble Musica Gloria, gegründet von Nele Vertommen und Beniamino Paganini, im Rahmen der „Thüringer Bachwochen“ unter dem Titel „Der Reichtum meiner Seele“ drei Kantaten von Bach – BWV 14, 120 und 131 –, die verschiedene Aspekte des politischen und gesellschaftlichen Lebens der Zeit beleuchten. Zum Abschluss tauchte der Chor Tenebrae unter der Leitung von Nigel Short den Erfurter Dom in eine zugleich moderne und ätherische Klangwelt, mit einem Werk, das Joby Talbot 2005 eigens für dieses international renommierte Ensemble komponierte.

Mit Musica Gloria, Nele Vertommen und Beniamino Paganini.

© Gabriele Corti

In Carona (Italien): Die Pracht der Dresdner Hofkapelle bei CaronAntica

In der Kirche dei Santi Giorgio e Andrea in Carona, in der Region Bergamo, präsentierten die im Rahmen des Festivals CaronAntica versammelten Musiker zum Saisonauftakt ein Konzert, das den klanglichen Reichtum der Dresdner Hofkapelle in den Mittelpunkt stellte. Die aufgeführten Concerti stellten Hörner, Oboen, Streicher, Fagotte und Basso continuo in den Vordergrund. Ein Eintauchen in die Instrumentalmusik des 18. Jahrhunderts anhand von Werken von Komponisten, die in dieser bedeutenden barocken Musikmetropole tätig waren: Jan Dismas Zelenka, Antonio Vivaldi, Johann Friedrich Fasch. Das Konzert bildete zugleich den Auftakt zum Festival, das vom 16. Mai bis zum 1. Juli 2026 stattfindet.

Mit den im Rahmen von CaronAntica versammelten Musikern.

© TBM

In Straßburg: Doulce Mémoire und „Le Cri du tournebout“

Das Ensemble Doulce Mémoire, heute geleitet von Elsa Frank und Jérémie Papasergio, präsentierte im Saal des Munsterhofs in Straßburg anlässlich des 50-jährigen Bestehens der AMIA ein von Denis Raisin Dadre konzipiertes Programm: „Le Cri du tournebout“, bezeichnet als „musikologisch unverantwortliches Konzert“, ein florilegium von Werken von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert, das die rund sechzig Blasinstrumente hörbar macht, mit denen das Ensemble seit langem arbeitet.

Mit Doulce Mémoire.