Junge Talente 

Beniamino Paganini: zur Ehre der Musik

→Als Gründer von Musica Gloria – einem Barockensemble, das aus seinen ersten Ausbildungsjahren hervorging – pflegt der belgische Flötist und Cembalist Beniamino Paganini, 31, seit der Entdeckung von Monteverdi in Brügge im Alter von sieben Jahren eine intime und hingebungsvolle Haltung gegenüber der Musik. 

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Beniamino Paganini: zur Ehre der Musik
"Ein Traum, ein wenig verrückt? Ein Barockopernprojekt, in dem ich alles Vereinen könnte, was ich liebe! " © Malou Van den Heuvel

Mit 16 Jahren beginnt Beniamino Paganini ein Bachelorstudium an beiden Königlichen Konservatorien in Brüssel. Es folgen Stationen an den Konservatorien von Leuven und Den Haag, wo er Traversflöte bei Jan De Winne, Barthold Kuijken und Frank Theuns sowie Cembalo bei Fabio Bonizzoni und Patrick Ayrton studiert. 2020 erhält er den renommierten Titel »Jeune Musicien de l’Année« der belgischen Musikkritik, 2021 wird er von der Radiostation Klara unter »die zwanzig Musiker in ihren Zwanzigern« gewählt. Heute, mit 31 Jahren, leitet er gemeinsam mit seinem Partner, dem Oboisten Nele Vertommen, das belgische Ensemble Musica Gloria. Ihre jüngste Aufnahme, Handel’s Chandos Anthems (Nr. 6 & Nr. 10): Tears Are My Only Food erschien bei Etcetera Records.

Wie sind Sie Musiker geworden, und gerade in der Alten Musik? 

Beniamino Paganini: Meine Eltern spielten damals keine Instrumente, aber sie liebten Musik. Als ich sieben war, nahmen sie mich mit nach Brügge zu den Vespro della Beata Vergine von Monteverdi. Wir standen weit hinten im Saal, und ich blieb die ganze Vorstellung über stehen, weil ich alles sehen wollte. Sie nahmen mich daraufhin zu weiteren Konzerten mit – sie hatten gemerkt, dass da etwas war. In Brügge kann man, wenn man mit dem Musizieren beginnt, direkt ein Barockinstrument wählen; so kam ich zur Traversflöte. Und da ich sehr jung war, musste eigens eine kleine Flöte für mich angefertigt werden, die eine Terz höher klang! Mit zehn fing ich mit dem Cembalo an, und mit zwölf wechselte ich zur normalen Flöte. Mein erstes professionelles Auftreten als Solist war ein Bach-Kantatenprogramm in Kortrijk, in Belgien, als ich 16 war. 

Dieses Repertoire spielen Sie heute noch. Wie gelingt Ihnen die Balance zwischen beiden Instrumenten? 

B. P.: Heute richtet sich meine Arbeit nach den Projekten. Steht ein Flötenprojekt an, übe ich mehr Flöte; bei einem Cembaloprojekt entsprechend mehr Cembalo. Dieses Gleichgewicht muss ich ständig neu suchen. Dennoch spiele ich jeden Tag Cembalo, da ich am Königlichen Konservatorium in Brüssel und am Lemmensinstitut in Leuven als Korrepetitor arbeite. 

Sie sind 31 und leiten seit fast zwanzig Jahren das Ensemble Musica Gloria. Wie ist das entstanden? 

B. P.: Die erste wirkliche Aufführung unter dem Namen Musica Gloria fand im Dezember 2006 in Brügge statt, da war ich zwölf. Die Möglichkeiten für Kammermusik mit Barockinstrumenten waren in der Musikschule begrenzt, also begann ich, Freunde aus der Schule zusammenzutrommeln. Wir machten barocke Arrangements flämischer und niederländischer Weihnachtslieder. Die Streicher mussten ihre Instrumente dafür umstimmen. Die Gruppe entwickelte sich parallel zu meiner eigenen musikalischen Entwicklung weiter. 

Angel

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