Vox Cantoris

Karwoche in Mexiko-Stadt

→Von den Klageliedern Jeremias bis zur Johannes-Passion durchmisst Vox Cantoris auf diesem neuen Album nahezu zwei Jahrhunderte geistlicher Musik in Neuspanien. Unter der Leitung von Jean-Christophe Candau lässt das Ensemble ein Repertoire erklingen, in dem sich die iberische Polyphonie von Hernando Franco bis Manuel de Sumaya fortsetzt und zugleich wandelt.

Karwoche in Mexiko-Stadt
© Psalmus

Mit Karwoche in Mexiko-Stadt (Semaine sainte à Mexico), erschienen bei Psalmus, Vox Cantoris vereint acht Werke für die Liturgien von Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Das Programm bringt fünf Komponisten miteinander in Beziehung, die mit dem geistlichen Repertoire Neuspaniens verbunden sind: Hernando Franco, Juan de Lienas, Antonio Rodríguez de Mata, Luis Coronado und Manuel de Sumaya. Lamentationen, Responsorien und eine Johannes-Passion zeichnen so einen liturgischen Weg durch das 16., 17. und 18. Jahrhundert.

Hernando Franco, seit 1575 Kapellmeister an der Kathedrale von Mexiko-Stadt, gehörte zur ersten Generation in Spanien ausgebildeter Musiker, die in Neuspanien tätig waren. Am anderen Ende des zeitlichen Bogens steht Manuel de Sumaya, der 1715 zum Kapellmeister derselben Kathedrale ernannt wurde und bereits eine tiefgreifend veränderte Musikwelt verkörpert. Dazwischen zeugen die Werke von Juan de Lienas, Antonio Rodríguez de Mata und Luis Coronado vom Reichtum eines Erbes, dessen Partituren mitunter besser überliefert sind als die Lebensläufe ihrer Schöpfer.

Vox Cantoris wurde 2000 von Jean-Christophe Candau gegründet und hat sich auf die Wiederentdeckung alter liturgischer Repertoires spezialisiert, die das Ensemble auf Grundlage historischer Quellen, Traktate und Gesangspraktiken erschließt. Karwoche in Mexiko-Stadt führt diesen Ansatz fort und rückt einen noch wenig bekannten Teil des lateinamerikanischen geistlichen Repertoires ins Licht. Das Projekt gehört außerdem zu den Nominierten für die REMA Awards 2026 in der Kategorie Best Extra-European Project.