Seit Anfang Oktober bis zur ersten Vorstellung der Arabella von Richard Strauss am 10. November hat Julie Roset für Total Baroque Magazine ein Tagebuch aus New York geführt. 2025 in Frankreich als lyrische Entdeckung bei den Victoires de la musique classique ausgezeichnet und Gewinnerin des großen Wettbewerbs Operalia von Plácido Domingo im Jahr 2023, hat sich Julie Roset unter anderem im barocken Repertoire mit bedeutenden Dirigenten und Regisseuren von der Opéra de Paris bis zum Festival d’Aix-en-Provence und dem Teatro Real in Madrid profiliert. Mit 28 gibt sie ihr Strauss-Debüt an der Met, nachdem sie hier 2022 nach ihrem Studium und dem Artist Diploma an der Juilliard School den Laffont-Wettbewerb gewonnen hat. Hier nun die letzte Etappe dieser amerikanischen Reise – von der Generalprobe bis zur Première.
Freitag, 7. November – Endlich die Generalprobe
An der Met gibt es keine festgelegten Aufrufe für Maske oder Frisur: Man organisiert sich direkt mit den Teams. Ich komme eineinhalb Stunden vor meinem Einsatz an (Akt II um zwölf Uhr): Dehnen, Frisur, Make-up, Einsingen, Ankleiden. Das Publikum setzt sich, Laurence [Kilsby] sitzt im Saal – zu wissen, dass ein Freund zuhört, verändert alles. Für mich fühlt es sich bereits wie eine Première an. Man überprüft alles ganz ruhig: die Stimme, das Kleid, die Geste – und vor allem den Geist.
Nach meinem Auftritt in Akt II bleibe ich hinter der Bühne und höre Akt III zu. Ich hatte ihn noch nie gesehen, also stelle ich mich hinter die Inspizientin, beobachte und lausche. Die Musik ist überwältigend, die Sänger großartig. Ich bin stolz, Teil dieses Abenteuers zu sein.
Wir beenden die Vorstellung um 14.30 Uhr, bleiben aber für die Anmerkungen um 15 Uhr. Mit Louise Alder, Rachel Willis-Sørensen und Karen Cargill teilen wir uns ein spätes Mittagessen im Old John’s Luncheonette, um wieder zu Kräften zu kommen und den Durchlauf Revue passieren zu lassen, bevor jeder nach Hause geht. Ich sinke aufs Sofa und bewege mich den ganzen Abend nicht mehr – völlig erschöpft.
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