Was die Vollkommenheit der Musik ausmache, sei in ihr vereint, meinte ein Zeitgenosse. Die Rede ist von Isabella Leonarda (1620 – 1704). Ihre Kompositionen bereichern seit einigen Jahrzehnten das Repertoire von Ensembles der Alten Musik. In diesem Jahr gedenken wir zum 405. Mal ihres Geburtstages.
Vivace: Eine Tochter aus gutem Hause
In Novara kam Anna Isabella Leonardi (Leonarda) am 6. September 1620 zur Welt. Novara liegt im Nordwesten Italiens, Stadt und Gemeinde gehören zur Region Piemont Isabella war das zweite von fünf Kindern, die aus der Ehe von Apollonia Sala und Gianantonio Leonardi hervorgingen. Väterlicherseits war die Familie adelig, und sein Geld verdiente conte (Graf) Gianantonio Leonardi (1584-1640) als promovierter Jurist. Wie seinerzeit üblich, könnte Isabella Leonarda als Heranwachsende auch in Musik unterrichtet worden sein. Noch in ihrem Elternhaus soll vermutlich Gasparo Casati (um 1610 – 1641) begonnen haben, sie im Komponieren zu unterweisen, der — ein Franziskanermönch — seit März 1635 als Domkapellmeister in Novara amtierte.
Wie sehr Zeitgenossen seine Werke wertschätzten, belegen posthume gedruckte Ausgaben in Antwerpen, Leipzig und Jena. Und wie sehr Casati Isabella Leonarda schätzte, kann man daraus ersehen, dass er sein op. 3 Il Terzo Libro de Sacri Concenti (Venedig 1640, drei Nachdrucke bis 1650) (Museo internazionale e biblioteca della musica – Catalogo Gaspari) um zwei Motetten der zwanzigjährigen „Sehr ehrwürdigen Frau Isabella Leonarda, Nonne (Jungfrau) in der Gemeinschaft von Sant’ Orsola zu Novara“ erweiterte: „Ah Domine Iesu“ und „Sic ergo anima“ für Alt, Tenor und Basso continuo.
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