Im Alter von 88 Jahren verstarb nach längerer Krankheit am 19. April, Gerhard Schmidt-Gaden, Gründer und für sechs Jahrzehnte (bis 2016) auch Leiter des weltberühmten Tölzer Knabenchors, friedlich in seinem Zuhause in Benediktbeuern. Schmidt-Gaden, der den Chor aus einer Pfadfindergruppe heraus begründet hatte, interessierte sich schon in den 50er und 60er Jahren für historische Aufführungspraxis, nahm erste Platten mit Alten Instrumenten bereits Anfang der 60er Jahre mit dem Collegium Aureum auf. Ab 1973 verblüffte er dann die Musikwelt mit seinen fantastischen Knabensolisten in der ersten Gesamteinspielung der Bachschen Kantaten in historischer Aufführungspraxis mit dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt. Es folgten zahlreiche weitere Aufnahmen in historischer Aufführungspraxis, mit Werken etwa von Schütz oder Lasso, manche auch in solistischer Besetzung. Und so kommt Schmidt-Gaden, der mit unzähligen Schallplattenpreisen und sonstigen Ehrungen ausgezeichnet wurde, unter anderem das Verdienst zu, als erster Chorleiter in moderner Zeit gezeigt zu haben, was mit Knabenstimmen technisch und musikalisch möglich ist. Und darin kommt ihm und seinem Chor bislang keiner gleich.


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