Barocke Echos:Berlin, Kopenhagen, Ascona, Basel, New York

→Von Händel über Dufay und die Nonne Tarabotti bis hin zu Scarlatti – die Barockwoche fand in Ascona, Berlin, Kopenhagen, Basel und den Vereinigten Staaten statt.

Barocke Echos:Berlin, Kopenhagen, Ascona, Basel, New York
Das Ensemble Cappella Pratensis © Eduardus Lee

Cappella Pratensis in San Diego, Chicago, Boston und New York

In der St. James-by-the-Sea Episcopal Church in La Jolla wurde das Ensemble Cappella Pratensis von der San Diego Early Music Society eingeladen. Sie führten Guillaume Dufays Missa Ecce ancilla Domini auf, eingebettet in den rituellen Rahmen der Missa aurea – der „Goldenen Messe“, wie sie im 15. Jahrhundert gefeiert wurde. In diesem halbszenischen liturgischen Drama übernahmen die acht Sänger, die sich um ein einziges Chorbuch versammelt hatten, die Rollen von Gabriel und Maria und schufen eine Klangwelt, die sowohl mittelalterlich als auch intim war. Ihre Amerika-Tournee wird an der University of Chicago, am Boston College und bei Music Before 1800 in New York fortgesetzt.

Mit der Cappella Pratensis.

„Athalia“ (Händel) vom Amsterdam Baroque Orchestra & Choir und Ton Koopman © Roberto Barra

Händels Athalia markiert 80 Jahre Settimane Musicali di Ascona (Schweiz)

Händels drittes englisches Oratorium – nach Esther und Deborah – und ein selten aufgeführtes Werk, Athalia, wurde vom Amsterdam Baroque Orchestra & Choir unter Ton Koopman beim Abschlusskonzert der Settimane Musicali di Ascona präsentiert, die in diesem Jahr ihr 80 jähriges Bestehen feierten.

Mit Suzanne Jerosme, Ilse Eerens, Tim Mead, Kieran White, Andreas Wolf, Merel van Geest, dem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir und Ton Koopman.

„Nonne wider Willen“ vom deutschen Ensemble Lautten Campagney © Marcus Lieberenz

Hommage an Arcangela Tarabotti durch die Lautten Compagney in Berlin

In Berlin beendete das Ensemble Lautten Compagney das Festival SICHTweisen mit einer Hommage an Arcangela Tarabotti. Tarabotti, eine Nonne und Schriftstellerin des 17. Jahrhunderts, setzte sich für den Zugang von Frauen zu Bildung und persönlicher Freiheit ein. Ihre Texte, gelesen von der Schauspielerin Constanze Becker, wechselten sich ab mit italienischer Barockmusik ihrer Zeitgenossen, gespielt von Maria Ladurner und Philipp Mathmann. Unter der Leitung von Gerd Amelung bot die Lautten Compagney einen lebendigen Dialog zwischen Wort und Klang. Das Projekt „Nonne wider Willen” (Nonne wider Willen), das vom Berliner Staatssekretariat für Kultur und Soziales unterstützt wird, ist Teil der Zweihundertjahrfeier der Museumsinsel in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen zu Berlin.

Mit Maria Ladurner, Philipp Mathmann, der Lautten Compagney und Gerd Amelung.

Camerata Øresund beim Baroktoberfest © Andreas Rosforth

Baroktoberfest mit der Camerata Øresund in Kopenhagen

Barockmusik, gesellige Zusammenkünfte und Volkstänze bestimmten das Baroktoberfest der Camerata Øresund. Dieses fröhliche und unkonventionelle Festival umfasste vier Konzerte an zwei Tagen, dem 24. und 25. Oktober, und feierte die Vielfalt und Vielseitigkeit des Barock: Westhoff, Biber, Dowland, neben Volksmusik und Tanz – unerwartete Begegnungen, die sowohl das Publikum als auch die Interpreten begeisterten.

Mit unter anderem Steven Yeseta, Jana Semerádová und der Camerata Øresund.

„La Giuditta“ (Scarlatti) von La Cetra © Oleksandra Sustreanu

Drei Jahrhunderte Scarlatti in Basel mit La Giuditta

Von Alessandro Scarlattis La Giuditta kennen die Zuhörer in der Regel nur die berühmte Arie „Dormi, o fulmine di guerra“, ein eigenständiges Konzertstück. In der Basler Pauluskirche wurde der 300. Todestag des Komponisten mit einer seltenen Aufführung des gesamten Oratoriums begangen, präsentiert in der „Cambridge“-Fassung mit drei Solisten und aufgeführt vom La Cetra Barockorchester Basel.

Mit Benedetta Zanotto, Isabel Mazzucato, Jacob Lawrence, La Cetra und Andrea Buccarella.