Amsterdam, Zürich, Leipzig, Stuttgart, Neapel und Magdeburg

→Von Amsterdam bis Neapel, über Zürich, Leipzig, Stuttgart und Magdeburg, feiert die europäische Barockszene ihre prägenden Persönlichkeiten ebenso wie ihre aufstrebenden Talente. Zwischen der Wiederentdeckung von Komponistinnen wie Barbara Strozzi, großen Festivals rund um Bach oder Telemann und vielbeachteten Interpretationen von Händel.

Amsterdam, Zürich, Leipzig, Stuttgart, Neapel und Magdeburg

Barbara Strozzi und das Hathor Consort in Amsterdam

Das Hathor Consort unter der Leitung von Romina Lischka hat die Komponistin Barbara Strozzi im Rahmen einer Tournee durch die Niederlande – unter anderem in Amsterdam, Utrecht und Maastricht – in den Mittelpunkt gestellt. Im Venedig um 1650 stellte Barbara Strozzi alle Konventionen infrage: Ohne jegliche finanzielle Unterstützung bahnte sich diese virtuose Sängerin den Weg zu einer glänzenden Karriere als Komponistin. Ihre geheime Waffe: erlesene Melodien, die sie selbst veröffentlichte. Das Hathor Consort zeichnete so ein Porträt in fünf Akten, nicht zuletzt getragen von den Sopranstimmen von Dorothee Mields und Hana Blažíková.

Mit Dorothée Mields, Hana Blažíková, dem Hathor Consort und Romina Lischka.

© Toni Suter

Händel und Philippe Jaroussky bei Zürich Barock

Bruno de Sá (Aci), Elizabeth DeShong (Galatea), Nicolas Brooymans (Polifemo) und das Orchester La Scintilla, erstmals unter der Leitung von Philippe Jaroussky, eröffneten das erste Festival „Zürich Baroque“ im Opernhaus der Stadt. Die musikalischen Entdeckungen dieser Miniaturoper Acis, Galatea e Polifemo, die Händel im Alter von 23 Jahren schrieb, begeisterten das Publikum. Das Festival läuft noch bis zum 29. März und wird mit einer mit Spannung erwarteten Neuproduktion fortgesetzt: Scylla et Glaucus von Jean-Marie Leclair, inszeniert von Claus Guth mit Le Concert d’Astrée unter der Leitung von Emmanuelle Haïm.

Mit Bruno de Sá, Elizabeth DeShong, Nicolas Brooymans, La Scintilla und Philippe Jaroussky.

© Gert Mothes

Die Gewinnerinnen des 26. Bach-Wettbewerbs in Leipzig

Miha Zhu, 29 Jahre (Deutschland), Céleste Klingelschmitt, 23 Jahre (Frankreich), und Cosima Soulez-Larivière, 29 Jahre (Niederlande), sind die drei Preisträgerinnen des 26. Leipziger Bach-Wettbewerbs, der am 21. März, dem 341. Geburtstag von Johann Sebastian Bach, zu Ende ging. Die Jury des Wettbewerbs, an dem Geigerinnen und Geiger aus 14 Ländern teilnahmen, stand unter dem Vorsitz von Reinhard Goebel.

Heinichen und Zelenka eröffnen das Bachfest in Stuttgart

Die Gaechinger Cantorey unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann eröffnete in der Stiftskirche das zweite Stuttgarter Bachfest mit der prachtvollen geistlichen Musik von Bachs Kollegen am Dresdner Hof: der Messe Nr. 12 von Johann David Heinichen und der Missa dei Filii von Jan Dismas Zelenka, die für den katholischen Hof der sächsischen Kurfürsten entstanden. Diese beiden Messen eröffneten zugleich einen gesamten Zyklus lateinischer Messvertonungen des Leipziger Kantors, von den Kyrie-Gloria-Messen bis zur h-Moll-Messe.

Mit der Gaechinger Cantorey und Hans-Christoph Rademann.

© Alessia Della Ragione

Mencía de Mendoza und Cantoría in Neapel

In der Kirche Santa Catarina da Siena in Neapel präsentierte das spanische Ensemble Cantoría unter der Leitung von Jorge Losana ein Recital, das der Figur der Mencía de Mendoza, Herzogin von Kalabrien (1508–1554), gewidmet war, Ehefrau des Herzogs Ferdinand von Kalabrien, bekannt für seine Förderung von Kunst und Literatur. Sie war eine der herausragendsten Persönlichkeiten der hispanischen Renaissance und zugleich eine bedeutende Vermittlerin des neapolitanischen Kulturerbes. Das Konzert wurde vom Instituto Cervantes in Neapel in Zusammenarbeit mit der Fondazione Pietà dei Turchini und der Kulturabteilung der spanischen Botschaft organisiert.

Mit dem Ensemble Cantoría.

© TTM

Telemann und Il Gardellino in Magdeburg

Das Ensemble Il Gardellino unter der Leitung von Peter Van Heyghen eröffnete die Telemann-Festtage 2026 in Magdeburg mit einem ebenso geistreichen wie lebendigen Konzert, darunter zwei späte Ouvertüren von Georg Philipp Telemann, die durch ihren subversiven Humor bestachen: die Hamburger Admiralitätsmusik und die Ouvertürensuite für den Landgrafen Ludwig VII., ergänzt durch groß besetzte Orchesterwerke für die Dresdner Hofkapelle aus der Sammlung Tafelmusik. Dieses Programm ließ jene kreative Freiheit erahnen, die Telemann bis ins hohe Alter prägte.

Mit dem Ensemble Il Gardellino.