Laberintos Ingeniosos

Nuove Musiche

→An den Ursprüngen des italienischen Barock vereint Nuove Musiche Furio Zanasi und Xavier Díaz-Latorre mit Werken von Caccini und Kapsperger. Zwischen eindringlichen Monodien und Toccaten für Chitarrone erkundet dieses Programm in sechs „Canti“ die Entstehung des stile moderno. Eine Passacaille-Einspielung von großer expressiver Klarheit.

Nuove Musiche
© Passacaille 2026

Mit Nuove Musiche, erschienen bei Passacaille, begeben sich der Bariton Furio Zanasi und der Musiker Xavier Díaz-Latorre (Chitarrone und Gitarre), vereint unter dem Namen Laberintos Ingeniosos, in das Zentrum eines entscheidenden Moments der italienischen Musikgeschichte. Um 1600 propagierte Giulio Caccini eine neue Art des Singens, in der die Poesie die Musik führt und das Gefühl Vorrang vor dem gelehrten Gleichgewicht des Kontrapunkts erhält. Diese entstehende Ästhetik, bald als stile moderno bezeichnet, gibt dem Text seine Klarheit und Ausdruckskraft zurück.

Das in sechs „Canti“ als Hommage an die Göttliche Komödie strukturierte Programm verbindet Madrigale und Arien von Caccini mit Toccaten, Passacaglien und Tänzen aus Kapspergers Chitarrone-Büchern. Die instrumentalen Stücke, mal leuchtend, mal kühn, treten in einen Dialog mit der Intensität der Monodien und unterstreichen den Reichtum einer Sprache im Werden.

Getragen von der geschmeidigen, verkörperten Diktion Furio Zanasis und gestützt vom zurückhaltenden Continuo aus Chitarrone und fünfsaitiger Gitarre lässt das Ensemble ein gesungenes Wort von großer Unmittelbarkeit entstehen. Eine Einspielung, die die Geburt des Barock und die neue Kunst, das Wort zum Klingen zu bringen, präzise beleuchtet.