Musikerinnen auf der Bühne in Frankreich, Kalifornien, der Schweiz und den Niederlanden

→Von Royaumont bis San Francisco, von Reims bis in die Niederlande: Diese Musikerinnen zeichnen die Landkarte des Barock und der musikalischen Traditionen neu. Zwischen seltenem Repertoire, kreativen Projekten und brillanter Virtuosität behaupten sie eigenständige Stimmen auf der Bühne – von der Laute bis zu den Spirituals, von der „Follia“ bis zu den Liedern Lateinamerikas.

Musikerinnen auf der Bühne in Frankreich, Kalifornien, der Schweiz und den Niederlanden
© Abbaye de Royaumont

Lucile Richardot in der Abtei Royaumont (Frankreich)

In der Abtei Royaumont nahe Paris präsentierten Lucile Richardot und das Ensemble Correspondances unter der Leitung von Sébastien Daucé Northern Light, ein leuchtendes und meditatives Programm, das dem skandinavischen Barock gewidmet war. An den Ufern der Ostsee machten sie ein ebenso schönes wie selten zu hörendes Repertoire erlebbar: die geistliche Musik am Hofe von Stockholm.

Mit Lucile Richardot, das ensemble Correspondances und Sébastien Daucé.

© SFEMS

Vajra Voices und Shira Kammen in der Bucht von San Francisco

In Palo Alto, Berkeley und San Francisco stellten das Frauen-Vokalensemble Vajra Voices und die Multiinstrumentalistin und Sängerin Shira Kammen mit Unterstützung der San Francisco Early Music Society ein außergewöhnlich originelles Programm vor: Notre ancienne appartenance („Unsere alte Zugehörigkeit“), ein Jahrtausend Musik von Aquitanien bis zu den Appalachen. Wer hätte gedacht, dass die auf englischen und irischen Volksweisen beruhende Musik der Appalachen so selbstverständlich mit den geistlichen und weltlichen französischen Repertoires des 11. und 12. Jahrhunderts korrespondieren könnte?

Mit Shira Kammen und Vajra Voices.

© Filip Safray

Monika Pustilnik: Laute und Tanz in der Schweiz

In einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video zwischen Konzerten in Genf und Liestal erinnerte die Lautenistin Monika Pustilnik daran: „Die Musik verhält sich zum Tanz wie die Worte zur Musik: Der Tänzer macht die Musik durch die Wahrheit seiner Gesten und den lebendigen Ausdruck seiner Mimik verständlich.“ Dieses Zitat von Jean-Georges Noverre (1760) veranschaulicht sie in dem Werk Cascade des 18. Jahrhunderts von Ennemond Gaultier dem Älteren.

Mit Monika Pustilnik und Marthe Krummenacher.

© Cappella Mediterranea

Mariana Flores und Alfonsina an der Opéra de Reims

Die Sopranistin Mariana Flores und ihr langjähriger Partner, der Gitarrist Quito Gato, boten an der Opéra de Reims eine musikalische Reise nach Argentinien und zu dessen Wurzeln. Mit Alfonsina erwiesen sie den Frauen Lateinamerikas ihre Hommage und zeichneten in Liedern deren Liebe, Schmerz und Freude nach – mit traditionellen Stücken aus Argentinien, aus der Weinregion Cuyo und darüber hinaus.

Mit Mariana Flores und Quito Gato.

© Nicola Oberlinger

Dorothee Oberlinger und Follia in den Niederlanden

Die Flötistin und Dirigentin Dorothée Oberlinger und ihr Ensemble 1700 gastierten in Amsterdam, Zeist und Eindhoven mit ihrem Programm Follia – einem Genre, in dem Virtuosität an der Grenze zum Rausch das Markenzeichen der zahlreichen auf diesem berühmten Bassmodell beruhenden Kompositionen ist, die die Barockmusik eroberten. Auf dem Modell einer feierlichen Sarabanden-Basslinie beruhend, entstehen immer neue Variationen: kunstvoll, wild, ekstatisch. Komponisten wie Vivaldi, Corelli, Falconieri und Carl Philipp Emanuel Bach trugen zu dieser Tradition bei. In diesem freundschaftlichen Wettstreit rascher Tonfolgen erweist sich der Geiger Yves Ytier nicht nur als Instrumentalist, sondern auch als beeindruckender Tänzer.

Mit Núria Rial, Ensemble 1700 und Dorothee Oberlinger.