In Berlin treffen traditionelle mongolische Musik und europäische Musik des Mittelalters aufeinander

Vom 13. bis 15. November 2026 bringt Dschingis Lab, der achte Teil der Konzertreihe Musical Belongings im Berliner Humboldt Forum, die Musiktraditionen der multiethnischen Mongolei des 13. und 14. Jahrhunderts mit europäischer Musik vom Mittelalter bis an die Schwelle der Renaissance zusammen. Historische europäische Instrumente treten in Dialog mit der Altai Yatga, einer mongolischen Zither, der Limbe-Flöte, dem Horn ever büree und den gestrichenen khuur-Instrumenten. Eine weitere Begegnung stellt den khöömii, den berühmten mongolischen Obertongesang, alten europäischen Gesangstechniken gegenüber, darunter auch dem Jodeln. Das Projekt geht damit der Frage nach, welche Spuren wechselseitigen kulturellen Austauschs sich aus den Bewegungen und Begegnungen entlang der Seidenstraße rekonstruieren lassen.

Für diese Erkundung arbeitet die von Wolfgang Katschner geleitete lautten compagney BERLIN erneut mit den mongolischen Ensembles Tenger Ayalguu und Tengerton zusammen. Das Programm wurde gemeinsam mit Johanni Curtet entwickelt, einem französischen Ethnomusikologen, Komponisten und Sänger, der auf mongolische Musiktraditionen spezialisiert ist. Doch Dschingis Lab beschränkt sich nicht auf die Begegnung zweier musikalischer Traditionen: Zeitgenössische mongolische Lyrik von Gun-Aajav Ayurzana und Luvsandori Ulzituugs sowie Videoarbeiten der Künstlerin und Kuratorin Bolormaa Algaa beziehen auch die heutige Mongolei, ihre Veränderungen und ihre ökologischen Herausforderungen in das Projekt ein.

Seit 2023 erforscht die lautten compagney im Rahmen von Musical Belongings am Humboldt Forum gemeinsam mit Musikerinnen, Musikern, Komponistinnen und Komponisten unterschiedlicher kultureller Herkunft die Möglichkeiten einer transkulturellen Musikpraxis jenseits des traditionellen Begriffs der „World Music“. Die Reihe bringt europäische Alte Musik mit unterschiedlichen Musiktraditionen der Welt in Dialog – von Indien bis Lateinamerika, von China bis in die Mongolei – und hinterfragt zugleich die Praktiken des europäischen klassischen Musikbetriebs aus postkolonialer Perspektive.

Offizielle Website: https://www.humboldtforum.org