Sehr bekannte Stücke, andere unbekannte und eine sehr persönliche Interpretation rund um Vivaldis sehr berühmte Vier Jahreszeiten. Drei Fragen an Théotime Langlois de Swarte.
Wie haben Sie unter den sehr zahlreichen Violinkonzerten von Vivaldi Ihre Wahl getroffen?
Ich wollte die Vier Jahreszeiten mit anderen Werken von Vivaldi kombinieren, die die gleiche Sinneswelt und die Symbolik der gleichen Tonarten entlehnen. Für den Frühling zum Beispiel haben wir E-Dur, das sich auf Nulla in mundo pax sincera bezieht, das im ersten Konzert der zweiten CD enthalten ist. Es schien mir wichtig, Werke zu zeigen, die auf verschiedene Momente in Vivaldis Leben verweisen, wie eine Madeleine de Proust. Ich wollte auch Werke kombinieren, die nie gespielt werden, wie die von Gregorio Lambranzi, mit denen man ein Beispiel für einen der populären und theatralischen Tänze der damaligen Zeit zeigen kann. Ich wollte den folkloristischen Ursprung der Jahreszeiten zeigen und ihn mit einer Musik verbinden, die eher für den Alltag und die Pantomime geeignet ist.
Wie unterscheidet man sich heute von den sehr vielen existierenden Interpretationen von Vivaldis Konzerten? Ihre Wahl der Interpretation?
Ich denke, dass jede Aufnahme einzigartig ist, denn eine Interpretation besteht aus all unseren Individualitäten, aus der Individualität der Orchestermitglieder, die zusammen spielen. Es ist eine einzigartige Fotografie eines Moments, in diesem Fall hier im Arsenal in Metz, wo wir die Platte aufgenommen haben. Um nach einer Einzigartigkeit in dieser Aufnahme zu suchen, haben wir viel mit Organologie, heutigen musikwissenschaftlichen Forschungen und den Originalornamenten gearbeitet, die ich in den Heften von Anna Maria della Pietà, Vivaldis Hauptschülerin, gefunden habe, die sich in der Bibliothek des Konservatoriums in Venedig befinden. Bei all diesen Recherchen suchten wir nach einer etwas größeren Besetzung als üblich, um eine breitere Farbpalette zwischen Pianissimi und großen Forte-Tönen zu haben. Die Vier Jahreszeiten erzählen von Lebensabschnitten, und das Leben besteht aus vielen Emotionen, die aufeinandertreffen. Dieser klangliche Spielraum ermöglichte es uns, nach diesen Farben zu suchen.
Warum wird Vivaldi Ihrer Meinung nach 300 Jahre nach der Veröffentlichung der Vier Jahreszeiten noch immer so oft gespielt? so beliebt?
300 Jahre nach der Niederschrift der Vier Jahreszeiten wird Vivaldi immer noch viel gehört, weil er barocke Meisterwerke für Violine komponiert hat. Jeder kann sich in den Vier Jahreszeiten wiedererkennen, weil sie vom Leben und den Menschen erzählen. Ich finde auch, dass es eine gewisse Einfachheit in den Ritournellen gibt, die von dieser Volksmusik herrührt. Das Metrum wird seine ganze suggestive Kraft behalten. In der Werbung ist diese Musik sehr kraftvoll, weil ein sehr kurzer Ausschnitt in kurzer Zeit seinen ganzen Geschmack entfalten kann. Es ist eine Musik, die durch ihre melodischen und rhythmischen Motive sehr kraftvoll ist.



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