Das Ensemble La Capriola wurde 2021 am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Lyon gegründet und hat sich in wenigen Jahren als eine der vielversprechenden jungen Formationen etabliert. 2025 gewann es beim Wettbewerb Première in Brüssel den Ersten Preis sowie den Publikumspreis und ist Mitglied des europäischen Programms Sustainable-EEEMERGING. Es vereint die drei Geigerinnen Dorine Lepeltier-Kovács, Charlotte Gerbitz und Manon Papasergio. Gemeinsam erforschen sie die Musik der Renaissance und des Frühbarock auf historischen Instrumenten und öffnen ihre Arbeit zugleich für künstlerische Kooperationen und szenische Formen – etwa mit dem Stück Harlou, das diesen Sommer beim Festival von Avignon gezeigt wurde. Ein Gespräch.
Wie ist Ihr Ensemble entstanden?
Dorine Lepeltier-Kovács: Wir haben uns am CNSMD von Lyon kennengelernt – alle vier mit einer besonderen Zuneigung zur Musik der Renaissance. Manon Papasergio und ich waren in der Celloklasse, Charlotte Gerbitz und Juliette Ridel, die früher bei uns war, in der Violinklasse bei Odile Edouard. Wir haben verschiedene Besetzungen und Projekte ausprobiert, und 2021 haben wir uns dann etwas offizieller formiert.
Manon Papapsergio: Unsere Instrumente sind ja unterschiedlich groß. Das Violoncello ist eine Bassgeige, die in C gestimmt ist. Der Hauptunterschied ist: man spielt im Stehen.
Dorine L-K.: Als die Geigen damals für Adlige musizierten, durften die Musiker nicht sitzen. Und bei Prozessionen war Beweglichkeit natürlich besonders wichtig.
Und Ihr geht beim Spielen?
Manon P.: Und wir tanzen beim Spielen! Die Geige ist eben das Tanzinstrument schlechthin.
Dorine, Sie spielen die Tenorgeige. Wie nähert man sich einem Instrument, das heute weder gespielt noch unterrichtet wird?
Dorine L-K.: In mehreren Schritten: Zuerst spielt man ein Bassinstrument, das eine Quinte höher gestimmt ist, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Dann muss man ein eigenes Instrument bauen lassen: meines hat Jean-Paul Boury gefertigt, der schon zuvor ein ähnliches Instrument für das CNSMD de Lyon hergestellt hatte. Es ist eine kleine Celloform, etwa Dreiviertelgröße – wie bei Kinderinstrumenten.
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