Vom 28. August bis 6. September 2026 steht Köthen in Sachsen-Anhalt wieder ganz im Zeichen Johann Sebastian Bachs: Die Köthener Bachfesttage finden alle zwei Jahre in jener Stadt statt, in der der Komponist von 1717 bis 1723 als Kapellmeister des Fürsten Leopold wirkte. Es war eine besonders fruchtbare Zeit, in der einige seiner bedeutendsten Instrumentalwerke entstanden.
Die Köthener Bachfesttage 2026 finden vor einem besonderen politischen Hintergrund statt: Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, wo die rechtsextreme AfD in den Umfragen vorne liegt. Intendant Folkert Uhde stellt die diesjährige Ausgabe unter das Zeichen von Gemeinschaft und Dialog: Rund vierzig Konzerte, Begegnungen, Installationen und partizipative Projekte sollen daran erinnern, dass in der Musik ebenso wie in der Gesellschaft „jede Stimme zählt“.
Zu den Gästen zählen der Pianist Alexander Melnikov und der Cellist Jean-Guihen Queyras, die unter anderem gemeinsam mit dem Köthener BachCollektiv und der Sopranistin Miriam Feuersinger auftreten werden. Auch die Einwohnerinnen und Einwohner werden stark einbezogen: Bei Sing Bach! stehen 200 Schulkinder aus Köthen gemeinsam mit professionellen Musikerinnen und Musikern auf der Bühne.
Auch die zeitgenössische Kunst wird in der Stadt präsent sein, von ungenutzten Räumen im Schloss Köthen bis zum Turm der St.-Jakobs-Kirche, unter anderem mit Arbeiten der koreanischen Videokünstlerin Hyunju Oh. Zwischen historisch informierter Aufführungspraxis, Klangexperimenten und neuen Formaten wollen die Bachfesttage Bachs Erbe nicht als starres Denkmal, sondern als lebendiges Herz einer feiernden Stadt erfahrbar machen.

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