In der Pariser Salle Cortot stehen sie Anfang Dezember 2025 zu viert im Rampenlicht: Nathalie Darst-Xia, Thomas Briant, Arthur Decaris und Sora Lavorgna. Es ist ihr Moment. Dank des Förderfonds Talents & Violon’celles kommen sie in den Genuss einer Masterclass mit dem Geiger und Dirigenten Giuliano Carmignola. Die Atmosphäre ist fernab von Prüfungsangst oder akademischer Strenge; vielmehr ist es ein freudvolles, leidenschaftliches Eintauchen in Vivaldis Le Quattro Stagioni. Ein Werk, das wie kaum ein anderes für Wandel, Erneuerung und die plastische Schilderung der Natur und des Lebendigen in all seinen Details steht. Ein intensiver Tag in zwei Akten: eine interne Arbeitssitzung am Nachmittag und eine öffentliche Präsentation am Abend vor dicht besetzten Rängen.
Erste Barock-Masterclass für Talents & Violon’celles
Seit 2019 eröffnet der Fonds Talents & Violon’celles jungen Solisten jährlich die Möglichkeit, konzertantes Repertoire mit Orchester zu erarbeiten. Eine Erfahrung, die in der Ausbildung an Konservatorien häufig zu kurz kommt – ein Defizit, das der Cellist und Pädagoge Raphaël Pidoux, Mitbegründer des Fonds, seit Langem spürt. Als Professor am CNSMD Paris unterrichtet er zudem gemeinsam mit dem Trio Wanderer im Rahmen des ‚Elite‘-Programms der École Normale. Die diesjährige sechste Masterclass wartet gleich mit zwei Premieren auf: der Wahl eines Barockprogramms sowie der Gründung eines Orchesters, das fast ausschließlich aus Preisträgern des Fonds besteht – Geigern, Bratschern und Cellisten –, die unter dem Namen Ensemble Premières Scènes an die Öffentlichkeit treten.
Für dieses barocke Debüt fiel die Wahl auf Giuliano Carmignola. Kaum ein anderer Musiker ist so tief mit dem Werk Vivaldis vertraut wie er: „Ich wurde mit der italienischen Barockmusik geboren“, erzählt er vor der Abendveranstaltung. In Treviso, unweit von Venedig, entdeckte er Vivaldi durch seinen Vater, einen passionierten Amateurgeiger. Später, im Jahr 2000, setzte er mit Andrea Marcon und dem Venice Baroque Orchestra interpretatorische Maßstäbe. „Die Vier Jahreszeiten habe ich immer in der Tasche“, scherzt er. Raphaël Pidoux ergänzt gerührt: „Als ich letztes Jahr ein Mitglied des Ensembles fragte, wen er sich als Maestro für Vivaldi wünschen würde, war die Antwort prompt: Carmignola!“
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