Um das Andenken an Giovanni Battista Lulli – den späteren Jean-Baptiste Lully, Leitfigur des französischen Musiklebens des 17. Jahrhunderts – in Florenz neu zu beleben, haben Federico Maria Sardelli und Samuele Lastrucci das Giovanni Battista Lulli Institut ins Leben gerufen. Noch ohne feste Bleibe, organisiert die Institution bereits Konzerte, Meisterkurse und andere Initiativen rund um den Lieblingskomponisten Ludwigs XIV. Im Gespräch erzählt Samuele Lastrucci, zugleich Direktor des Medici-Museums und des Ensembles I Musici del Gran Principe, von den Aktivitäten des Instituts und seinen Zukunftsplänen.
Wie und wann entstand die Idee, in Florenz ein Lulli-Institut zu gründen?
Samuele Lastrucci: 2022, zum 390. Geburtstag des Komponisten. Ich hatte zuvor die Gelegenheit, mich in Versailles auf das französische Barockrepertoire zu spezialisieren – eine Sprache für sich. Während dieser wunderbaren Erfahrung hielt ich den Kontakt zu meinem Lehrer Federico Maria Sardelli. Ich glaube, ich habe damit eine alte Leidenschaft in ihm wiedererweckt, denn als er einst sein Ensemble Modo Antiquo gründete, widmete er sein erstes Konzert – heute längst vergessen, weil wir beide sehr jung waren – Lullys Ballett Les Saisons. Das wurde damals in Livorno auf einem Floß in den Kanälen aufgeführt. Nach meinem Studium bei Sardelli in Fiesole absolvierte ich bei ihm einen zweijährigen Kurs in barocker Aufführungspraxis und Ensemblearbeit. Dabei entwickelte ich eine starke Neigung zum französischen Repertoire und wurde am Centre de musique baroque de Versailles aufgenommen.
Als ich nach Florenz zurückkehrte, sagte Maestro Sardelli zu mir: ‚Schluss jetzt, wir müssen Lulli nach Italien zurückholen!‘ Nicht aus Patriotismus, sondern weil er hierzulande praktisch unbekannt ist – oder jedenfalls viel zu selten gespielt wird. Also organisierten wir ein großes Konzert: Ich dirigierte ein Lulli-Programm und ein französisch inspiriertes Motet von Sardelli, der ja selbst Komponist ist. Die Resonanz war so groß, dass uns kurz darauf das Teatro del Maggio Musicale, damals unter Alexander Pereira, einlud – Beginn einer bis heute andauernden Zusammenarbeit.
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