Kunst ist nicht apolitisch

Ein besonderes Programm: das early music festival des Kölner zamus

→Es hat so einige Besonderheiten zu bieten, das early music festival, das vom Zentrum für Alte Musik in Köln veranstaltet wird. Wir haben nachgefragt … 

Ein besonderes Programm: das early music festival des Kölner zamus
Zamus 2025 © Quang Nguyen & Silvan Händeler, Good Enough Studio

Ein besonderes Programm, originelle Spielstätten, aktuelle Themen mit teils ziemlich viel intellektuellem Überbau: Das charakterisiert das Kölner zamus: early music festival, veranstaltet vom Team des Zentrums für Alte Musik, dem zamus. Wir haben mit Midori Seiler, Geigerin und künstlerische Leiterin dieses außergewöhnlichen Festivals darüber gesprochen, wie diese Besonderheiten sich aus der Stadt und dem Umfeld des zamus erklären — und warum die Besucher sie so lieben. 

Köln, eine Großstadt im Westen Deutschlands, ist als sehr politische Stadt bekannt, als intellektuell und weltanschaulich offen und möglichst nah am Puls der Zeit — und als Zentrum sowohl der LGTBQ+-Szene als auch der Alten Musik-Bewegung in Deutschland. Und das Kölner zamus, das ist so etwas wie eine Verlängerung dieser speziellen Kölner Geisteshaltung in die Historische Aufführungspraxis hinein — die in der Stadt auch dank des frühen Engagements des Westdeutschen Rundfunks (WDR) schon früher als in anderen deutschen Regionen eine kulturelle Rolle spielte. Gegründet 2011 von der Kölner Gesellschaft für Alte Musik, sieht sich das zamus als Schmelztiegel der Szene, in dem professionelle Musiker ebenso wie Laien, Studierende und Interessierte aller Altersklassen einen Ort der Förderung, für Austausch, Information und Experimente finden sollen. Und solches findet dort sehr ausführlich statt: im Austausch mit anderen Kunstformen, in wissenschaftlichen Diskursen, durch die Verbindung mit aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Fragestellungen. 

Das ist der Hintergrund, vor dem das Team des zamus, rund um die künstlerische Leiterin seines early music Festivals, Midori Seiler, das Motto „Ekstase und Kontemplation“ über die diesjährige Edition gestellt hat, die vom 21. bis 31. Mai insgesamt 22 Veranstaltungen anbietet: Vom Kirchenkonzert mit Musik von Perotin bis zur Diskussionsrunde über Kolonialismus in der Alten Musik; von schlichten Konzertformaten mit Musik von Haydn oder barocken Komponisten bis hin zu Mahler und Beethoven vierhändig auf dem Klavier; von einem konzertreichen early music Marathon im Kölner Stadtpark (was weit weniger sportlich ist als es klingt!) bis zu einer Kombination aus Ars Nova und indischem Tanz. 

Ein ziemlich buntes Programm also … 

Zamus 2025 © Quang Nguyen & Silvan Händeler, Good Enough Studio
Angel

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