Es sind keine Fake News: Gustavo Dudamel und das Los Angeles Philharmonic Orchestra spielten tatsächlich am Eröffnungswochenende eines der größten Pop-Festivals der Welt: Coachella in der kalifornischen Wüste. Die Absicht dahinter? Einen neuen Zugang zur klassischen Musik zu bieten. Sollten wir uns ähnliches in Zukunft auch für die Alte Musik vorstellen?

Am 11. April, als die Sonne über dem ersten Coachella-Wochenende unterging, gaben Gustavo Dudamel und die LA Phil ein bemerkenswertes Konzert, bei dem klassische Werke – darunter Beethovens fünfte Sinfonie – mit Filmmusik, etwa Ausschnitten aus Star Wars, vermischt wurden. Der venezolanische Dirigent lud auch mehrere Gastkünstler auf die Bühne, darunter die Country-Sängerin Maren Morris und den isländischen Jazz-Pop-Star Laufey. Er erklärte außerdem und fügte hinzu, dass ihm dieser Schritt als der natürlichste erschien:
Für mich besteht die Aufgabe der Kunst darin, Identität zu vermitteln – die einer neuen Generation auf der Suche nach Schönheit!
Für Johanna Rees, Vice President of Productions beim Los Angeles Philharmonic, ist diese genreübergreifende Erfahrung ein idealer Weg, um ein jüngeres Publikum an klassische Musik heranzuführen:
Wenn man diesen neuen Zuhörern die Chance gibt, ein Orchester zum ersten Mal zu hören, werden viele von sich aus wiederkommen, um mehr zu entdecken.
Dudamel wies auch darauf hin, dass viele Coachella-Besucher bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich zum ersten Mal im Leben ein Sinfonieorchester zu hören bekamen. Er wiederholte das Programm am folgenden Wochenende, und das Konzert wurde live auf YouTube gestreamt. Während einige Klassik-Puristen darin eine Verwässerung des Genres sehen, betont Johanna Rees, dass es nicht darum geht, die Musik zu schmälern, sondern einfach eine andere Art des Hörens anzubieten. Eine andere Version, könnte man sagen.
Sollte sich also auch die Alte Musik auf diese Art der Neuerfindung einlassen? Monteverdi Choir & Orchestra, Les Talens Lyriques, das Freiburger Barockorchester auf der Coachella-Bühne? Oder intimere Besetzungen: Hana Blažíková und Ton Koopman, ergänzt durch Überraschungsgäste? Total Baroque Magazine möchte die Diskussion eröffnen: Teilen Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren mit!


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