Die Grossen Barockbibliotheken

Barocco Napoletano: Schätze aus dem Conservatorio San Pietro a Majella

→Viva Napoli. Presepi und Pizza, Maradona und Musik. Doch Neapel, das sind auch Cimarosa, Pergolesi, Vinci, Leo, Porpora, Durante sowie Jommelli und Gluck. Schätze, die es in den barocken Bibliotheken Neapels (neu) zu entdecken gilt.

Barocco Napoletano: Schätze aus dem Conservatorio San Pietro a Majella
© Conservatorio di Musica San Pietro a Majella, La Repubblica

Auf einem Streifzug durch die verwinkelten und dicht bevölkerten Gassen der neapolitanischen Altstadt wird auch der unaufmerksamste Beobachter einige typische Merkmale dieser süditalienischen Metropole kaum übersehen können: Neapel ist die Stadt der „Presepi“ – der charakteristischen Weihnachtskrippen, die das ganze Jahr über zur Schau und feilgeboten werden; Arm und Reich leben hier wie selbstverständlich nebeneinander, allseits stolz auf die berühmte neapolitanische Pizza, auf den heimlichen Stadtpatron, den Fußballer Diego Maradona (dessen Konterfei – bald mit Heiligenschein, bald mit Engelsflügeln versehen – Straßenbanner und Häuserwände ziert), und vor allem auf die reichhaltige Musikkultur. 

Und ein Blick zurück in die Zeit des Barock lässt uns erkennen, dass jene Wesenszüge – von der Verehrung Diego Maradonas mal abgesehen – eine lange Tradition haben. Pizza wie „Presepi“ entstanden in ihrer heutigen Form schon im 18. Jahrhundert, Straßenjungen und lungernde Bettler boten sich auch damals unverstellt den gleichgültigen Blicken der Reichen und der Aristokratie dar, und das lokale Musikleben zog Liebhaber, Gelehrte, Sänger, Instrumentalisten und Komponisten aus ganz Europa in die Stadt. Neapel war seinerzeit vor allem eine bedeutende Opernstadt, die sogenannte Neapolitanische Schule prägte die Geschichte der Gattung maßgeblich – sowohl in Bezug auf das ernste „Dramma per musica“ als auch auf die heitere „Opera buffa“. 

Angel

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