„Die Königsdisziplin im Chorgesang ist die Einstimmigkeit”. Das sagen zumindest die Fans des Gregorianischen Chorals. Der geht angeblich auf Papst Gregor den Großen zurück und war zwischen dem 6. und dem 16. Jahrhundert in den europäischen Kirchen die prägende liturgische Musik im Gottesdienst. Doch auch das Aufkommen des mehrstimmigen Singens im späten Mittelalter und die zunehmende Verwendung von Musikinstrumenten konnten den Gregorianischen Choral nie völlig verdrängen. Eine der bedeutendsten Koryphäen auf diesem Gebiet, sowohl als Praktiker, als auch als Forscher, war Godehard Joppich. Am 10. Dezember 1932 wurde er in der schlesischen Hauptstadt Breslau unter dem Namen Reinhard Joppich geboren, am 19. Dezember letzten Jahres ist er in Rodenbach bei Hanau in Hessen verstorben. Ein Nachruf.
Oberste Maxime: Gregorianik ist Gebet
„Die Sänger, die sich um diese Kunst bemüht haben, haben eigentlich nicht Musik gemacht. Sie waren sich nicht bewusst, dass sie Musik machen. Sie erlernten die Verkündigung des Wortes Gottes – für die Liturgie auf gesungene Weise.“ Solche Sätze hörte man oft, wenn man bei Godehard Joppich ein Gregorianik-Seminar besuchte. Auch mir war das einmal vergönnt und ich erinnere mich genau, was dieser leise, in seinem Wesen so bescheidene Mann an Charisma ausstrahlte…
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