Ein bislang ungehörtes Oratorium von Francesco Corselli beim Farnese Festival in Parma
Das Farnese Festival Parma 2026 wurde mit der ersten modernen Aufführung des Oratoriums Santa Clotilde von Francesco Corselli eröffnet, das kurz vor dem Weggang des Komponisten an den Madrider Hof entstand, wo er mehr als dreißig Jahre lang das Amt des Kapellmeisters innehaben sollte. Das Werk erzählt von der Bekehrung Chlodwigs, des Königs der Franken, zum Christentum unter dem Einfluss seiner Gemahlin Clotilde, einer späteren Heiligen und einer der bourbonischen Dynastie besonders teuren Gestalt. Das Oratorium wurde im spektakulären Saal des Teatro Farnese im Monumentalkomplex der Pilotta von Europa Galante unter der Leitung von Fabio Biondi aufgeführt.
Mit Lucia Cortese, Giuseppina Bridelli, Vivica Genaux, Luca Tittoto, Città di Parma, Europa Galante und Fabio Biondi.

Neuer Erfolg für Gasparinis L’Avare an der Königlichen Oper von Versailles
Vor einer letzten Aufführung beim Festival de Beaune im kommenden Juli gaben Vincent Dumestre und sein Ensemble Le Poème Harmonique drei Vorstellungen von Gasparinis L’Avare („Der Geizige“) nach Molière an der Königlichen Oper von Versailles. Mit drei Gesangspartien und einer vierten stummen Figur sowie einer kleinen Orchesterbesetzung ist dieser Avare ein Intermezzo, das 2026 auf einer Tournee mit rund zwanzig Terminen in ganz Frankreich großen Erfolg hatte. Gasparinis Musik vertont ein Libretto von Antonio Salvi, dem das Kunststück gelingt, dem Geist von Molières Komödie treu zu bleiben.
Mit Eva Zaïcik, Victor Sicard, Serge Goubioud, Stefano Amori, Le Poème Harmonique und Vincent Dumestre.

I Gemelli zur Eröffnung des Festivals von Maguelone
Das Ensemble I Gemelli eröffnete mit dem Tenor Emiliano González Toro das Festival de musique ancienne à Maguelone mit Canto al sole, einer musikalischen Reise durch das Italien des 17. Jahrhunderts. Von den neapolitanischen Küsten bis zur Adria, über Latium und die Lombardei, hat Mathilde Étienne einen Parcours entworfen, der ein Italien in Bewegung erkundet, in dem sich die Formen entlang der Wege und Begegnungen immer wieder neu erfinden.
Mit I Gemelli, Emiliano González Toro und Mathilde Étienne.

Das Ensemble Irini beim Festival in Regensburg
In der Dominikanerkirche St. Blasius in Regensburg präsentierten Lila Hajosi und das auf Alte geistliche Musik aus Ost und West spezialisierte Ensemble Irini ihr Programm Printemps sacré. Das Konzert stellte geistliche Werke von Heinrich Isaac Auszügen aus der georgisch-orthodoxen Liturgie gegenüber. Heinrich Isaac, ein allzu oft vergessener Meister der franko-flämischen Schule, Rivale von Josquin des Prés und letzter Erbe Dufays und Binchois’, erlebte die Schrecken des Krieges, den Sturz der Medici und ein langes Exil, bevor er am Ende seines Lebens die so lang ersehnte Rückkehr nach Florenz erfuhr.
Mit dem Ensemble Irini und Lila Hajosi.

Vivaldi Sauvage in der Chapelle de la Trinité in Lyon
Die Chapelle de la Trinité in Lyon hört nicht auf, Die vier Jahreszeiten zu feiern! Nach Karl Aage Rasmussen und Max Richter in der vergangenen Saison kehrte Le Concert de l’Hostel Dieu unter der Leitung von Franck-Emmanuel Comte mit einer hauseigenen Kreation zu Vivaldis berühmtem Meisterwerk zurück, die die unerschöpfliche Modernität des Werks und seine ökologische Aktualität hervorhebt. Die vier Sonette der Originalausgabe von 1725 liefern das Material für eine immersive Kreation für Barockorchester und Soundtrack, in der die Partitur auf historischen Instrumenten den Klanglandschaften von heute gegenübertritt. Diese Klanglandschaften wurden auf der Grundlage audio-naturalistischer Werke von Hildegard Westerkamp, Jean C. Roché, Marc Namblard, Wendy Carlos und Jana Winderen komponiert.
Mit Le Concert de l’Hostel Dieu und Franck-Emmanuel Comte.

Nicholas McGegan und die Johannes-Passion beim Berkeley Festival & Exhibition
Zur Eröffnung des Berkeley Festival & Exhibition in der Bucht von San Francisco führten das Kaleidoscope Vocal Ensemble und das Cantata Collective unter der Leitung von Nicholas McGegan die Fassung von 1725 der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach auf. Das 1990 gegründete und von der San Francisco Early Music Society veranstaltete Festival bietet den ganzen Sommer über 21 Konzerte auf der Hauptbühne, darunter zwei in Palo Alto und San Francisco, sowie Sonderveranstaltungen, eine Ausstellung und Workshops für die Community. Eine Besonderheit des Festivals: Die Karten für die Hauptbühne werden nach dem Prinzip „Zahle, was du kannst“ angeboten.
Mit Haitham Haidar, Jonathan Woody, John Orduña, Kaleidoscope Vocal Ensemble, Cantata Collective und Nicholas McGegan.



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