London, Brihuega, Mechelen, Mailand, Dhaka, Venedig

→Von London bis Dhaka, von Brihuega bis Venedig: ein nicht erschöpfender Rückblick auf eine Woche der Alten Musik und des Barock in Europa und darüber hinaus, zwischen großen Bühnen und überraschenderen Wegen.

London, Brihuega, Mechelen, Mailand, Dhaka, Venedig
© Sisi Burns

Apollo’s Fire auf US-Tournee und in London

Apollo’s Fire beschloss in St Martin-in-the-Fields in London eine Tournee, die das Ensemble mit einer neuen Fassung seines von Jeannette Sorrell konzipierten Programms O Jerusalem! – Crossroads of Three Faiths zuvor nach Chicago und New York geführt hatte. Auf dieser musikalischen Reise durch die vier Viertel der Jerusalemer Altstadt, das jüdische, christliche, arabische und armenische, treten wechselseitige Einflüsse mit besonderer Kraft hervor. Eine sephardische Ballade führt zu einem klassischen arabischen Liebeslied; Auszüge aus Monteverdis großer Marienvesper von 1610 treten in einen Widerhall mit dem ekstatischen Gesang jüdischer Kantoren. Die Rhythmen des Alltags, Liebe, Gesang, Tanz und Gebet, münden in eine freudige Feier gemeinsamer Menschlichkeit.

Mit Apollo’s Fire und Jeannette Sorrell.

© Barbaroco

Barbaroco beim Festival Nostalgia in Spanien

In Brihuega, in der autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha, spielte das von Eliaz Hercelin geleitete Ensemble Barbaroco bei der ersten Ausgabe des Festivals für Alte Musik Nostalgia vor ausverkauftem Haus. Das Programm Glosas de oro war dem Glanz der spanischen Renaissance gewidmet. Mit diesem neuen Festival möchte Brihuega eine lange musikalische Tradition wiederbeleben. In dieser Stadt wurde Sebastián Durón (1660-1716) geboren, Komponist polyphoner Werke, Kantaten und Opern, der später Organist der königlichen Kapelle von König Karl II. wurde, ebenso wie sein Bruder Diego Durón (1653-1731).

Mit Ensemble Barbaroco und Eliaz Hercelin.

© Frank Emmers

Accademia del Piacere mit vier Konzerten beim Festival Lunalia in Belgien

Als Residenzorchester des flämischen Festivals Lunalia in Mechelen, nahe Antwerpen, gaben das spanische Ensemble Accademia del Piacere und sein künstlerischer Leiter Fahmi Alqhai nicht weniger als vier Konzerte. Den Auftakt machte das Eröffnungskonzert Spain on Fire, das das flämische Publikum sofort entflammte. Gleiches galt für das Abschlusskonzert Diálogos mit der Flamenco-Tänzerin Ana Morales und der Sängerin Alba Carmona.

Mit Ana Morales, Alba Carmona, Accademia del Piacere und Fahmi Alqhai.

© Simone Sozzani

Martin Gester und Aline Zylberajch bei Milano Arte Musica

Der Cembalist Martin Gester, dessen Aufnahme sämtlicher 18 Leipziger Choräle Bachs kürzlich bei Paraty erschienen ist, gestaltete gemeinsam mit der Cembalistin Aline Zylberajch Une soirée chez les Bach als Voreröffnung der 20. Ausgabe des Festivals Milano Arte Musica. Das Konzert fand im Kapitelsaal des Bergognone in der Kirche Santa Maria della Passione statt, deren Fresken und Gemälde aus dem 15. Jahrhundert jüngst in ihrer ursprünglichen Schönheit restauriert wurden.

Mit Martin Gester und Aline Zylberajch.

© Cantoría

Cantoría in Bangladesch

Das spanische Ensemble Cantoría unter der Leitung von Jorge Losana reiste nach Dhaka, in die Hauptstadt Bangladeschs, eine Stadt mit 300.000 Rikschas. Auf Einladung der spanischen Botschaft und der Universität von Dhaka präsentierte Cantoría Auszüge aus seinem Repertoire und erklärt, mit mehr Geschichten zum Erzählen zurückgekehrt zu sein als mit neuen Programmen für das Repertoire.

Mit Cantoría und Jorge Losana.

© La Fenice

Ton Koopman in Venedig geehrt

In den Sale Apollinee des Teatro La Fenice in Venedig erhielt Ton Koopman den Preis Una vita nella musica 2026 für sein der Alten Musik gewidmetes Lebenswerk. Der Gründer und Leiter des Amsterdam Baroque Orchestra & Choir folgt damit unter anderem auf Rudolf Buchbinder und András Schiff. Im Anschluss an die Auszeichnung dirigierte Ton Koopman das Orchester und den Chor des Teatro La Fenice im Teatro Malibran in einem Mozart-Programm mit Ave verum corpus, der Krönungsmesse und der Symphonie Nr. 40.

Mit Orchestra e Coro del Teatro La Fenice und Ton Koopman.