Lausanne, Bordeaux, Prag, Montreal

→Von Lausanne bis Montréal, über Bordeaux und Prag, hat sich die Alte Musik in den vergangenen Tagen in vielfältigen Formen entfaltet: Händels „Orlando“ auf der Opernbühne, die „Leçons des Ténèbres“ im Halbdunkel einer Kirche, Telemann im Salonkonzert sowie ein Programm, das barocken Komponistinnen gewidmet ist.

Lausanne, Bordeaux, Prag, Montreal
© Carole Parodi – OPL

In Lausanne, Handel’s Orlando

An der Opéra de Lausanne inszenierte Mariame Clément Händels „Orlando“ mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne unter der Leitung von Christopher Moulds, einem renommierten Händel-Spezialisten, der hier zum ersten Mal dirigierte. Diese selten aufgeführte Oper wurde 1733 im Londoner King’s Theatre uraufgeführt, mit dem Kastraten Senesino in der Titelrolle.

Mit Paul-Antoine Bénos-Djian, Marie Lys, Paul Figuier, Ana Vieira Leite und Callum Thorpe.

© Nicolas Duffaure

In Bordeaux: Leçons des Ténèbres von Louis-Noël Bestion de Camboulas und Les Surprises

In der Kirche Notre-Dame in Bordeaux entführte das Ensemble Les Surprises unter der Leitung von Louis-Noël Bestion de Camboulas das Publikum in eine Welt aus Schatten und Hell-Dunkel-Kontrasten. Als Höhepunkte des barocken geistlichen Repertoires wurden die „Leçons des Ténèbres“ im 17. und 18. Jahrhundert während der Tenebrae-Gottesdienste in der Karwoche aufgeführt – streng reglementierte, theatralische Zeremonien, bei denen das allmähliche Erlöschen des Lichts ebenso bedeutend war wie die Musik selbst. Das von Les Surprises konzipierte intime Projekt lässt sich von diesen Werken inspirieren, deren strenger und doch raffinierter Stil sowie ihre fesselnden Gesangslinien Zeit und Raum gleichermaßen außer Kraft zu setzen scheinen.

Mit Paco Garcia, Étienne Bazola, Stephen Collardelle, Romain Bazola, François Joron, Les Surprises und Louis-Noël Bestion de Camboulas.

© Andrea Černá

In Prag, Telemann bei dem Salon Café Crème concerts

In der St.-Laurentius-Kirche in Prag präsentierten die Sopranistin Hana Blažíková, die Blockflötistin Michaela Koudelková, der Cellist Libor Maško und die Cembalistin Monica Knoblochová im Rahmen der Konzertreihe „Salon Café Crème“ einen Abend, der ganz der Musik von Georg Philipp Telemann gewidmet war.

Mit Hana Blažíková, Michaela Koudelková, Libor Maško und Monica Knoblochová.

© Cédrina Laberge

In Montreal: Arion Baroque zum Internationalen Tag der Frauenrechte

In der Salle Bourgie in Montreal würdigte das Orchester Arion Baroque den Internationalen Tag der Frauenrechte, indem es Maria Teresa Agnesi und Maria Margherita Grimani, zwei lange Zeit übersehene Komponistinnen, ins Rampenlicht rückte. Das Programm, das sich um den Namen Maria drehte und den Titel „Die Tränen Marias“ trug, vereinte Tränen der Freude und der Trauer – und manchmal beides zugleich.

Mit Anthea Pichanick, dem Arion Baroque und Marie van Rhijn.