Zaubersprüche und Leidenschaften
In Georg Friedrich Händels Alcina (1735) hält die gleichnamige Zauberin den Ritter Ruggiero auf ihrer magischen Insel gefangen und verwandelt diejenigen, die sie zurückweist, in Felsen, Bäche oder wilde Tiere. Zum ersten Mal verliebt sie sich in ihre Beute. Doch Ruggieros Verlobte Bradamante verkleidet sich als Ritter (Ricciardo) und macht sich in Begleitung ihres Mentors Melisso auf die Suche nach ihm. Ihre Ankunft führt zum Untergang des illusorischen Königreichs: Alcinas Zauber verlieren ihre Wirkung, die Verwandlungen kehren sich um, und die Zauberin erkennt ihre eigene Ohnmacht. Inspiriert von Ariostos Orlando furioso verbindet dieses Dramma per musica barocke Zauberei mit tiefer Melancholie, der Melancholie einer Macht, die durch die Liebe gebrochen wird.
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