Brasilien, Australien, Deutschland, Italien, Frankreich

→Von Palermo bis Rio, von Dresden bis Sydney – Barockmusik ist auf dem Vormarsch. Ein Rückblick in Bildern auf einige Höhepunkte dieser Woche – eine Reise durch Entdeckungen, Begegnungen und Feierlichkeiten der Alten Musik rund um die Welt.

Brasilien, Australien, Deutschland, Italien, Frankreich
OBU – Orquestra Barroca da UniRio © DR

7. Barockmusikwoche in Rio (Brasilien)

Im Rahmen der vom Institut Français organisierten Saison Frankreich-Brasilien 2025 hat das Centre de musique baroque de Versailles (CMBV) seine Woche der französischen Barockmusik in Rio de Janeiro wiederbelebt, die Meisterkurse, Vorträge, Proben und ein Abschlusskonzert mit dem UNIRIO Baroque Orchestra unter der Leitung der Flötistin Laura Rónai umfasste und Musiker aus ganz Brasilien zusammenbrachte. Zwischen 2016 und 2021 hatte das CMBV eine Partnerschaft mit mehreren Kulturinstitutionen in Rio geschlossen und ein Festival ins Leben gerufen, das sich gleichermaßen an Studenten, Amateure und Profis richtete. In diesem Jahr hauchte das CMBV diesem verbindenden und symbolträchtigen Ereignis neues Leben ein, das mit einem Konzert mit französischen Werken von Rameau, Lully, Boismortier und Clérambault endete.

Mit dem Orchestre baroque de l’Université UNIRIO und Laura Rónai.

© Bjorn Comhaire

Il Gardellino in Palermo (Italien)

Im Rahmen der 67. Internationalen Woche der Sakralmusik von Monreale in Palermo präsentierte das Barockensemble Il Gardellino (hier bei einer Probe) unter der Leitung von Peter Van Heyghen die italienische Erstaufführung von Adam und Eva des böhmischen Komponisten Josef Mysliveček nach einem Libretto von Giovanni Granelli. Die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Kathedrale von Monreale war auch Schauplatz von fünf weiteren kostenlosen Konzerten, darunter ein Auftritt des Orchestra Sinfonica Siciliana und des Carl Philipp Emanuel Bach Chors Hamburg unter der Leitung von Hansjörg Albrecht mit den Solisten Lenneke Ruiten und Patrick Grahl in einem Diptychon, das Carl Philipp Emanuel Bachs Morgengesang am Schöpfungsfeste („ Morgengesang am Schöpfungsfest”) und Telemanns „Die Tageszeiten”.

Mit Rodrigo Carreto, Rita Filipe, Roberta Mameli, Alison Lau, Il Gardellino und Peter Van Heyghen.

© DR, Tallis Scholars

Die Australien-Tournee der Tallis Scholars

Nach Auftritten in Melbourne, Canberra, Adelaide und Brisbane beendeten The Tallis Scholars unter der Leitung von Peter Phillips ihre Australien-Tournee mit einer Rückkehr – nach fünfundzwanzig Jahren – in das Sydney Opera House (siehe Bild). Auf dem Programm standen Werke von Hildegard von Bingen, Allegris Miserere, Obrechts Salve Regina, Josquin des Prez‘ Renaissance-Meisterwerk Praeter rerum seriem und Da pacem des zeitgenössischen estnischen Komponisten Arvo Pärt.

Mit The Tallis Scholars und Peter Philips.

© Ronald Bonss

Heinrich-Schütz-Fest in Dresden

Unter den zahlreichen Konzerten des Heinrich-Schütz-Fests 2025 fand im unteren Saal der Dresdner Frauenkirche (Bild) ein Konzert des Hathor Consort unter der Leitung von Romina Lischka statt, bei dem Werke von Heinrich Schütz, Johann Christoph Bach, Matthias Weckmann und Franz Tunder aufgeführt wurden. Der Artist in Residence des Festivals 2025, Gregor Meyer – Dirigent, Chorleiter, Pianist, Organist und Komponist – untersuchte Verbindungen zwischen der Musik des 17. Jahrhunderts und zeitgenössischen Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft. An diesem „Dialog zwischen den Epochen” nahmen auch die Quantenphysikerin Elena Hassinger, die Meteorologin und zukünftige Astronautin Insa Thiele-Eich, der Schriftsteller Eric Wrede und der Kammerchor der Clara-Wieck-Hochschule teil.

Mit dem Hathor Consort und Romina Lischka.

© Pavia Festival

Don Quijote beim Festival in Pavia (Italien)

Im Rahmen des P.A.V.I.A-Festivals präsentierte das Orchestra Ghislieri unter der Leitung von Giulio Prandi gemeinsam mit der Theatergruppe Stivalaccio Teatro im Teatro Fraschini in Pavia Don Quichotte – Sinfonie für Windmühlen. Der ehrliche, furchtlose, aber stets seinen eigenen Obsessionen ausgelieferte Ritter von La Mancha hat viele Komponisten dazu inspiriert, seine unglücklichen Abenteuer zu vertonen. Die Begegnung zwischen der Theatergruppe und dem Orchester führte zu einer Inszenierung, die die Grenzen der Bühne verschwimmen ließ und das Publikum mitten ins Geschehen zog.

Mit der Theatergruppe Stivalaccio Teatro, dem Orchestra Ghislieri und Giulio Prandi.

© Daniel Trumbull

Lautten Compagney Berlin gewinnt zum zweiten Mal den Opus Klassik Award

Die vom deutschen Fernsehsender ZDF übertragene Opus Klassik Awards Gala 2025 fand im Berliner Konzerthaus statt. Lautten Compagney Berlin wurde nach seiner ersten Auszeichnung im Jahr 2019 zum zweiten Mal als Ensemble des Jahres geehrt. Zusammen mit der Saxophonistin Asya Fateyeva spielte das Ensemble bei der Abschlussgala „Dancing Queen – Rameau meets Abba“. Zu den weiteren Preisträgern in den Kategorien „Alte Musik“ gehörten das französische Ensemble Le Concert de la Loge unter der Leitung von Julien Chauvin und der Choreograf Mourad Merzouki, der den Preis für das innovative Konzert des Jahres erhielt.

Mit Asya Fateyeva und der Lautten Compagney Berlin.

© IReMus

Barocke Stürme in Nizza

In der Kathedrale Sainte-Réparate in Nizza trafen Kunst und Wissenschaft aufeinander, als das Ensemble Baroque de Nice unter der Leitung von Gilbert Bezzina und zusammen mit der Sopranistin Heather NewhouseBarocke Stürme“ präsentierte – ein Konzert zum Abschluss eines Tages des Studiums und Dialogs zwischen Musik und Wissenschaft. Die Veranstaltung wurde vom IReMus (Französisches Institut für Musikwissenschaftliche Forschung) und dem GeoAzur Geosciences Laboratory (einem französischen Forschungszentrum, das sich auf Erd- und Umweltwissenschaften spezialisiert hat) mit Unterstützung des Ifremer (dem französischen nationalen Institut für Meereswissenschaft und -technologie) organisiert.

Mit Heather Newhouse, dem Ensemble Baroque de Nice und Gilbert Bezzina.