Von Irland bis Chicago – der Barock ist überall zu Hause

→Von Kilkenny bis Chicago erfindet sich der Barock neu: Orchester, Festivals und junge Ensembles begeistern die internationale Szene.

Von Irland bis Chicago – der Barock ist überall zu Hause
Irish Baroque Orchestra © Miriam Bubna-Litic

Das Irish Baroque Orchestra in Kilkenny (Irland) 

Das Irish Baroque Orchestra unter der Leitung von Peter Whelan präsentierte in der St. Canice’s Cathedral in Kilkenny den zweiten Teil seiner Reihe „Classical Masterworks”. Auf dem Programm stand unter anderem die Sinfonie „Dublin” von Pieter Van Maldere (1729–1768), die älteste bekannte Sinfonie, die in Irland komponiert und aufgeführt wurde. Das Ensemble spielte außerdem das Hornkonzert KV 447 (mit Anneke Scott als Solistin) und die 39. Sinfonie von Mozart. Das Konzert wurde am nächsten Tag in der Royal Irish Academy of Music wiederholt.

Mit das Irish Baroque Orchestra und Anneke Scott.

Festival Ribeauvillé © Total Baroque Magazine

Das Ensemble Clématis beim Festival von Ribeauvillé (Elsass, Frankreich)

Zum Abschlusswochenende seiner 40. Ausgabe empfing das Festival von Ribeauvillé in der Kirche von Riquewihr das belgische Ensemble Clematis. Sein neues Programm „Un cabinet de curiosités baroque” (Ein barockes Kuriositätenkabinett) besteht aus Stücken, die für sehr unterschiedliche Besetzungen geschrieben wurden und Violinen, Bratschen, Gamben und Fagotte in sehr vielfältigen und originellen Kombinationen vereinen. Dieses von Jérôme Lejeune konzipierte und präsentierte Kuriositätenkabinett stützt sich hauptsächlich auf zwei Quellen: zum einen auf die reichhaltige Sammlung von Manuskripten, die Gustav Düben, Organist der lutherischen Kirche in Stockholm, Ende des 17. Jahrhunderts zusammengetragen hat, zum anderen das unter dem Titel Partiturbuch Ludwig bekannte Manuskript, das von Jacob Ludwig (1623-1698), Musiker im Dienste des Herzogs August II. von Braunschweig-Wolfenbüttel, kopiert wurde.

Mit das Ensemble Clématis und Jérôme Lejeune.

Into the wind © Festival Pesmes

Into the wind beim Festival von Pesmes (Frakreich)

Beim Festival „Orgue et musique“ (Orgel und Musik) in Pesmes in der Region Bourgogne-Franche-Comté präsentierte das Ensemble für historische Blasinstrumente Into the Winds ein Programm, das der Musik aus der Zeit Karls VI. (1368–1422) gewidmet war, der 1392, mitten im Hundertjährigen Krieg, für verrückt erklärt worden war. Das hindert die Musik dieses frühen 15. Jahrhunderts jedoch keineswegs daran, ebenso raffiniert wie spektakulär zu sein!

Mit Adrien Reboisson, Marion Le Moal, Julián Rincón, Sandie Griot, Valentin Bruchon und Laurent Safar.

Guldener Herbst © Guido Werner 

Güldener Herbst in Meiningen (Deutschland)

Das Festival für Alte Musik Güldener Herbst findet jedes Jahr in Thüringen statt. Im Jahr 2025 wird es in Meiningen stattfinden, nachdem zuvor ein Prolog in Weimar stattgefunden hat. Zwei vergessene Manuskripte aus der Sammlung Anton Ulrich wurden dort vorgestellt: die Opera seria Didone abbandonata (1724) von Domenico Sarro, die zur Eröffnung im Nationaltheater aufgeführt wurde, und das Oratorium La Colpa Originale (Die Erbsünde, 1718) von Bartolomeo Conti, das das Festival beschloss.

Mit das ensemble Johann-Sebastian Bach Weimar, Johannes Kleinjung, Friederike Beykirch, das ensemble Capella Jenensis, le chœur de la Chapelle de Meiningen, Samuel Bächli, Peter Kofler, das trio meZZZovoce, das ensemble Art Echo, Gerg Amelung et Yat Ho Tsang.

Cupid’s bow chicago © Andrew Morstein

Cupid’s Bow, neues Barockensemble in Chicago

Brandon Jack Acker (Theorbe), Martin Davids und Karen Dekker (Violine) kündigen die Gründung eines neuen Barockensembles in Chicago an: Cupid’s Bow wird sich der Instrumentalmusik des Barock widmen. Für Januar 2026 ist die Aufnahme einer CD angekündigt, im darauffolgenden Monat soll ein Konzert stattfinden.