Von Händel bis Conti: Ein Herbst voller Kreationen und Wiedergeburten

→Erwartete Premieren, wiederbelebte Raritäten und prestigeträchtige Tourneen: Rückblick in Bildern auf eine Woche, in der der Barock von Paris bis Breslau, von Colmar bis Columbus glänzte.

Von Händel bis Conti: Ein Herbst voller Kreationen und Wiedergeburten
© Guergana Damianova / OnP

Ariodante an der Opéra de Paris

Es ist ein Ereignis, das wegen Streiks zweimal verschoben wurde: Die neue Inszenierung von Händels Ariodante an der Opéra de Paris hat alle Erwartungen erfüllt. Unter der Regie von Robert Carsen und der musikalischen Leitung von Raphaël Pichon war die dritte Vorstellung – die nun zur Premiere wurde! – ein großer Erfolg. Eine (natürlich) königliche Besetzung in der sehr schottischen Kulisse des Schlosses Balmoral.

Mit Cecilia Molinari, Jacquelyn Stucker, Sabine Devieilhe, Christophe Dumaux, Ru Charlesworth, Luca Tittoto, Enrico Casari, dem Ensemble Pygmalion, den Chören der Opéra national de Paris und Raphaël Pichon.

© Gracia & Darius Bialojan

Die Originalfassung von „La Colpa“ in Knechtsteden (Deutschland)

Das Festival für Alte Musik in Knechtsteden (Deutschland) eröffnete seine Ausgabe 2025 mit der ersten Aufführung seit 1739 der Originalfassung von „La Colpa“ (Die Erbsünde) von Francesco Bartolomeo Conti. Dieses Oratorium, das für Kaiser Leopold I. geschrieben und 1718 in Wien aus der Taufe gehoben wurde, war nach einigen Wiederaufführungen, zuletzt 1739, in Vergessenheit geraten. Heute, mehr als 280 Jahre später, wird es von Dorothee Oberlinger und ihrem Ensemble 1700 aufgeführt. Das Libretto von Pietro Pariati ist von der biblischen Geschichte vom Sündenfall inspiriert. Neben den Hauptrollen von Adam und Eva bestimmen Cherubino, Lucifero und Dio die dramatische Handlung, die mit der Vertreibung aus dem Paradies endet.

Mit Timothy Morgan, Jiayu Jin, David Tricou, Alice Lackner, Luigi De Donato, Ensemble 1700 und Dorothee Oberlinger.

© Wratislavia Cantans

Vox Luminis und Freiburger Barockorchester beim Festival Wratislavia Cantans in Breslau

Vox Luminis unter der Leitung von Lionel Meunier und das Freiburger Barockorchester begannen ihre Europatournee mit der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach beim 60. Festival „Wratislavia Cantans” in Breslau (Polen), bevor sie diese beim Festival d’Ambronay (Frankreich), beim Festival van Vlaanderen in Gent (Belgien), in St James, Spanish Place (London) und im Concertgebouw Amsterdam wiederholten.

Mit Erika Tandiono, Sophia Faltas, William Shelton, Victoria Cassano, Raphael Höhn, Sebastian Myrus, Felix Schwandtke, dem Ensemble Vox Luminis, dem Freiburger Barockorchester und Lionel Meunier.

© EMC

Auftakt zur Saison von Early Music in Columbus (Ohio)

Zum Auftakt seiner 46. Saison 2025/26 lud Early Music in Columbus Corina Marti (Cembalo) und Michał Gondko (Laute) ein, um in der St. Mark Episcopal Church Musik aus dem Polen des 16. Jahrhunderts vorzustellen. Nach dem Konzert wurden die Musiker von den Mitgliedern des Rates empfangen: Mary Ellen Tyus, Lois Rosow und Barry Liss.

Mit Corina Marti und Michał Gondko.

© Clément Vayssières

Jean Rondeau und François Couperin in Colmar

Im Rahmen seiner Couperin-Gesamtaufnahme konnte Jean Rondeau mehrere Stücke auf dem wertvollen Cembalo Ruckers/Vater (1624) des Musée Unterlinden in Colmar einspielen. Zum ersten Mal stimmte das Museum einem Transport dieses außergewöhnlichen Instruments zu, das die Jahrhunderte überdauert hat und dank einer Restaurierung wieder in seiner ganzen Pracht erstrahlt. Die Aufnahme fand im sogenannten „Schwimmbadsaal” statt, einem akustischen Rahmen, der laut Jean Rondeau die ganze Noblesse des Cembalo-Klangs wiedergibt. Dieses Projekt wurde von Dreharbeiten für einen Dokumentarfilm begleitet. Die Gesamtaufnahme von Couperin wird im November 2025 in Form von zehn CDs und DVDs erscheinen.

Mit Jean Rondeau.