Musikfestspiele Potsdam Sanssouci

Dorothee Oberlinger: die Kraft des Kulturaustauschs 

→Unbekannte Opern und eine Reise durch Europa: Entdecken Sie die Highlights der nächsten Ausgabe der Potsdamer Festspiele.

Dorothee Oberlinger: die Kraft des Kulturaustauschs 

Seit 2019 ist die Blockflötistin und Dirigentin Dorothee Oberlinger künstlerische Leiterin der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci. Sie spricht über die diesjährige Opernproduktion Orlando Generoso von Agostino Steffani und die Bedeutung der Grand Tour als zentrales Thema des Festivals 2025 

2025 steht Orlando Generoso, die Oper von Agostino Steffani im Zentrum. Warum gerade er? 

Dorothee Oberlinger : Ich plane das schon lange. Steffanis Musik berührt mich tief. Es ist die Klangwelt des Hochbarock – mit Wurzeln, die noch stark in Renaissance und Frühbarock reichen. Steffani wirkte am Hof in Hannover, wo französische Musik besonders gepflegt wurde. Diese Einflüsse – kombiniert mit der italienischen Gesangstradition, mit Tänzen, virtuosen ausnotierten Kadenzen und Koloraturen, französischen Ouvertüren – das alles macht seine Opern so spannend.  Steffani war eng befreundet mit Sophie Charlotte, der Großmutter Friedrichs des Großen, die aus Hannover stammte, wo Steffani Kapellmeister war. Sie tauschten Briefe aus, diskutierten über Musik. Zwar wurde keine seiner Opern in Berlin aufgeführt, aber seine Musik war Sophie Charlotte bekannt. Sie war selbst Cembalistin, eine außerordentlich kluge Frau mit großem kulturellem Gespür.

Eröffnungskonzert 2024 Alter Markt © Musikfestspiele

Heute erleben Steffanis Werke eine Renaissance, unter anderem durch Cecilia Bartoli. Auch beim Boston Early Music Festival wurde 2009 sein Orlando Generoso mit großer Bühnenmaschinerie gezeigt – ein exotischer Stoff aus Ariosts berühmten Epos über eine Reise zum Kaiser von Cathay (vermutlich China). Unsere Inszenierung mit Jean Renshaw aber geht den umgekehrten Weg: Es wird eine Reise nach innen – in die Seele, zu Ängsten, Leidenschaften, hervorgerufen durch die Liebe. 

Angel

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