Philippe Jaroussky: „Ich habe immer versucht, das Countertenor-Repertoire für andere Klangwelten zu öffnen“

→Diese Saison ist eine ganz besondere für Philippe Jaroussky: Er blickt auf 25 Jahre als Sänger zurück und zugleich auf acht Jahre an der Spitze seiner eigenen Musikakademie.

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Philippe Jaroussky: „Ich habe immer versucht, das Countertenor-Repertoire für andere Klangwelten zu öffnen“
© 2019 Parlophone Records Ltd.

Seit einem Vierteljahrhundert gehört Philippe Jaroussky zu den führenden Countertenören unserer Zeit. Doch er engagiert sich nicht nur als Sänger, sondern setzt sich auch intensiv für die musikalische Nachwuchsförderung und die Demokratisierung der klassischen Musik ein. Im Gespräch teilt er seine Gedanken zur Zukunft einer Branche mit, die sich im Wandel befindet.

Wie fällt Ihr Fazit nach den letzten Jahren der Académie Musicale Philippe Jaroussky aus? 

Philippe Jaroussky: Wir freuen uns sehr, dass wir nun schon in unsere achte Saison gehen! Ich glaube, die Akademie hat sich inzwischen fest in der Musikerausbildung etabliert. Unser „Jeunes Talents“-Programm richtet sich an Studierende zwischen 18 und 30 Jahren, die sich im Gesang, Violinspiel, Klavierspiel oder Cellospiel weiterentwickeln wollen. Mittlerweile ist dieses Programm zu einer echten Referenz geworden, wenn es darum geht, den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

Und wie läuft das „Jeunes Apprentis“-Programm? 

P. J.: Wir nehmen pro Jahrgang etwa 25 Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren auf. Das Programm dauert drei Jahre, mit jeweils zwei Unterrichtsstunden pro Woche. Die Auswahlkriterien sind bewusst sozial ausgerichtet – also zum Beispiel schwierige finanzielle Voraussetzungen oder ein fehlender Zugang zur Musik im familiären Umfeld. Dadurch konnten viele Kinder das Singen oder ein Instrument für sich entdecken, und inzwischen sehen wir, dass viele von ihnen auch dabei geblieben sind. Einige, die mit sieben oder acht Jahren zu uns kamen, sind mittlerweile fast erwachsen!   

Welche Pläne gibt es für die Akademie in naher Zukunft? 

P. J.: Wir sind sehr glücklich, dass wir Anfang 2027 eine Art Zweigstelle in Pantin eröffnen können. So werden wir künftig in zwei ganz unterschiedlichen Regionen aktiv sein. Außerdem wollen wir das Angebot erweitern – zum Beispiel mit speziellen Kursen für Barockinstrumente. Viele Leute haben sich ja gewundert, dass wir das bisher nicht hatten, dabei gab es durchaus eine „Vivaldi-Generation“ – und eine „Bach-Generation“ wird es natürlich auch geben! 

© 2024, Simon Fowler
Angel

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