Wer als Musik-Fan nach Salzburg pilgert, ist in der Regel nicht auf der Suche nach mittelalterlichen Klängen. In den engen Gassen der barocken Altstadt trifft man vielmehr an jeder Ecke auf Mozart: in Schaufenstern, auf Gedenktafeln, in Museen und in den Geschäften. Mozart als Schlüsselanhänger, Lego-Figur oder Bleistiftkopf – von den berühmten Kugeln ganz zu schweigen. Dabei war die Stadt an der Salzach schon lange vor der Geburt dieses ihres berühmten Sohnes eine Musikstadt durch und durch, auch dank eines Liederdichters aus dem 14. Jahrhundert.
Das Schicksal, als Musiker in Mozarts Schatten zu stehen, teilt sich der Mönch von Salzburg mit Komponisten aller Epochen, etwa mit Paul Hofhaimer (1459–1537) oder Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704). Dabei waren seine Lieder zu Lebzeiten echte Gassenhauer, davon zeugt nicht zuletzt seine reiche Überlieferung: Über 100 Lieder sind uns von ihm erhalten, mit zahlreichen Abschriften in einer Vielzahl von Handschriften. Dass viele seiner Stücke in der Volkssprache verfasst sind, dürfte für die Zeitgenossen einen Teil des Reizes ausgemacht haben. So stammt von ihm beispielsweise der älteste überlieferte Kanon in deutscher Sprache. Es ist ein Martinslied mit – wie für das Repertoire des Martinsfestes nicht unüblich – reichlich kulinarischer Geschmacksnote im Text:
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