Seit mehr als vierzig Jahren nimmt Marcel Pérès einen besonderen Platz in der Welt der Alten Musik ein. Er gründete 1982 das Ensemble Organum sowie das CIRMA (Centre Itinérant de Recherche sur les Musiques Anciennes – Wanderndes Forschungszentrum für Alte Musik), das seit 2001 in der ehemaligen Abtei von Moissac im Südwesten Frankreichs beheimatet ist. Als Forscher, Pädagoge und unermüdlicher Erkunder der Gesangstraditionen des Mittelmeerraums hat er die Wahrnehmung des mittelalterlichen Gesangs und alter geistlicher Repertoires grundlegend erneuert. Während andere sich darauf konzentrierten, Werke anhand von Manuskripten zu rekonstruieren, suchte er nach den Gesten, Klangfarben und Praktiken, die ihnen Leben einhauchten. Von den Kirchen Korsikas bis zu den Klöstern des Orients haben seine Forschungen neue Perspektiven auf die Ursprünge europäischer Musik eröffnet. Bewundert für seinen Mut ebenso wie für seinen intellektuellen Anspruch, gilt Marcel Pérès bis heute als eine der eigenständigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Bewegung der Alten Musik. Dem Total Baroque Magazine gewährte er nun ausführliche Einblicke.
Sie wurden in Oran in eine Familie spanischer Herkunft geboren und wuchsen anschließend in Nizza auf. Inwiefern hat diese doppelte Zugehörigkeit in Ihnen ein Gespür für den interkulturellen Austausch, für die Vielfalt der Erinnerungen und für die politischen Kräfte geweckt, die unsere Welten mitunter entzweien?
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