Von Lothringen nach Paraguay 

Letzte Klappe für die Barockwege in der Neuen Welt 

→Es ist das Ende eines fast 40-jährigen Abenteuers, das der lateinamerikanischen Barockmusik gewidmet war und mehr als 16.000 Dokumente umfasst, die nun nach Paraguay zurückkehren.

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Letzte Klappe für die Barockwege in der Neuen Welt 
© Cerigo films

Es ist das Ende eines großen Abenteuers. Das Abenteuer eines Lebens? Auf jeden Fall das von Alain Pacquier, Mitbegründer von „Les Chemins du Baroque dans le Nouveau Monde“ (Barockwege in der Neuen Welt) und Gründer des Musikfestivals von Sarrebourg an der deutsch-französischen Grenze.  Die Stadt hat das Kloster Saint-Ulrich verkauft, in dem sich das internationale Zentrum der Chemins du Baroque du Nouveau Monde und seine Bibliothek mit 16.000 Titeln befanden. Die wertvollen Dokumente fanden fast wie selbstverständlich Zuflucht in der Nationalbibliothek von Paraguay: „Dieses wertvolle Erbe stammt aus Lateinamerika und sollte dorthin zurückkehren“, sagt Alain Pacquier, der Gründer. 

Von den Chemins du baroque zu den „Caminos del Barroco“ 

„Sie ist heute Nacht in Paraguay angekommen“, mit diesen Worten schildert Alain Pacquier, Gründer unter anderem des Festivals von Saintes und des internationalen Festivals von Sarrebourg, im April 2025 in Straßburg das Ende eines 40-jährigen Abenteuers. Sie? Seine Bibliothek, die er im Laufe der Zeit, auf den Spuren des Barock in der Neuen Welt, aufgebaut hat. Ein Abenteuer, das 1985 begann. 

Im Laufe der Jahre und des Austauschs mit Lateinamerika hat das internationale Zentrum „Chemins du Baroque“ einen einzigartigen Bestand von 16.000 Dokumenten zusammengetragen. Der besteht zum einen aus Faksimiles aus allen Ländern Lateinamerikas: Partituren, Traktate über die Musik in Südamerika, Inventare, kirchliche Archive: „Der Musikbestand dieses Kontinents besteht bis zum 19. Jahrhundert ausschließlich aus geistlicher Musik“, betont Alain Pacquier. Außerdem finden sich darin Geschichtsbücher über Evangelisierung, Sklaverei und Akkulturation. Ein Teil der Bibliothek wird der Alliance Française in Asunción übergeben, der andere Teil der Nationalbibliothek von Paraguay. Die Werke sind also am Dienstag, dem 4. April, sicher in Asunción angekommen. Sie werden ihren Platz in einem speziellen Raum unter dem Namen „Caminos del Barroco de los Nuevos Mundis, donación de Sarrebourg, Francia“ finden. Dort werden sie digitalisiert und vom südamerikanischen Kontinent aus in ganz Lateinamerika verbreitet. So werden die Wege des Barock in der Neuen Welt weiterführen. 

Jesuitenruinen von Santísima Trinidad © Olivier Simonnet
Angel

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