Zum 350. Todestag 

Hommage an den Komponisten Andreas Hammerschmidt 

→Als Erbe von Schütz und Vorläufer von Bach ist Andreas Hammerschmidt (1611–1675) einer der beliebtesten – heute jedoch wenig bekannten – Komponisten sakraler Musik im Heiligen Römischen Reich des 17.Jahrhunderts. Das ganze Jahr 2025 über wird in Deutschland, an seinen 350. Todestag erinnert. In Berlin würdigt ihn das Ensemble Titans Rising mit einem Konzert. 

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Hommage an den Komponisten Andreas Hammerschmidt 
KI-generiertes Porträt © Total Baroque Magazine

Die ehemalige Provinz Sachsen (heute große Teile Mitteldeutschlands) und die kleine Stadt Zittau an der Grenze zu Polen und der Tschechischen Republik gedenken im Jahr 2025 des 350. Todestages des Komponisten Andreas Hammerschmidt (1611-1675), der den Beinamen „Orpheus von Zittau” trug. Hammerschmidt ist eine wichtige, aber noch  zu wenig bekannte Persönlichkeit in der sakralen Musik des 17. Jahrhunderts. Als Organist, Pädagoge und Komponist prägte er das Musikleben der deutschen protestantischen Gemeinden. Als Schüler von Heinrich Schütz trug er wesentlich dazu bei, den Geist der lutherischen Tradition mit den Innovationen aus Italien, wie dem Figuralismus oder Madrigalismus, in Einklang zu bringen. Ihm sind in diesem Herbst mehrere Konzerte in Sachsen und Berlin gewidmet, unter anderem vom Ensemble Titans Rising.

Schwierige Zeiten in Böhmen 

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts herrschte große Spannung zwischen Katholiken und protestantischen Lutheranern in Böhmen, das zum Heiligen Römischen Reich gehörte. 1618 rebellierten die böhmischen Protestanten gegen die Herrschaft der Habsburger. Wütend über die Aufhebung des „Briefs an die Majestät“ von 1609 durch Kaiser Matthias, der die Religionsfreiheit in Böhmen garantierte, stürzten die Protestanten zwei Reichsstatthalter in Prag aus dem Fenster. Dies war der Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Zwei Jahre später, am 8. November 1620, erlitt der Aufstand der böhmischen Protestanten in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag eine entscheidende Niederlage.

Ensemble Titan’s Rising © Natascha Zivadinovic

Am nächsten Tag marschierte die Katholische Liga in die Stadt ein und leitete damit die Rekatholisierung Böhmens ein. Nur 80 Kilometer entfernt, in Brüx (heute Most in der Tschechischen Republik), ahnte der damals 9-jährige Andreas Hammerschmidt (1611–1675) noch nicht, welche Auswirkungen dieses Ereignis auf sein eigenes Leben haben sollte. Als Protestant musste er 1626 mit seiner Familie vor religiöser Verfolgung im Zuge der Gegenreformation fliehen und fand Zuflucht im nur etwa 60 Kilometer entfernten Freiberg in Sachsen, das jedoch außerhalb des Einflussbereichs der Habsburger lag.

Angel

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