Es ist fast dreißig Jahre her, dass eine monografische Publikation Pierre Gaultier de Marseille gewidmet wurde, einem französischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, der weitgehend unbekannt geblieben ist. Mit dieser neuen Aufnahme lässt das polnische Ensemble Cohaere seine in Tonsuiten unterteilten Sinfonien wieder aufleben, ein Repertoire, das aristokratische Eleganz, majestätische Melancholie und rustikale Fröhlichkeit vereint. Diese Werke, die 1707 von Christophe Ballard, dem Inhaber des königlichen Privilegs, veröffentlicht wurden, zeugen von der Wertschätzung, die Gaultier entgegengebracht wurde, und begeisterten Musikliebhaber noch lange nach seinem Tod.
Die Originalausgabe bietet wertvolle Flexibilität: Die Melodie kann auf der Flöte oder Violine gespielt werden, und die Triosuiten eignen sich für verschiedene Instrumentenkombinationen, wodurch das Ensemble reichhaltige und abwechslungsreiche Klangtexturen schaffen kann. Cohaere nutzt diese Freiheit voll aus und bietet eine Interpretation, die sowohl dem französischen Stil treu bleibt als auch in ihrer Energie und Klarheit entschieden zeitgenössisch ist. Die tänzerischen Rhythmen und raffinierten Verzierungen erhalten so eine neue Dimension und offenbaren Gaultiers subtiles Genie und die Modernität seiner musikalischen Konzeption.
Das Cohaere Ensemble wurde von jungen Musikern gegründet, die sich leidenschaftlich für Alte Musik begeistern, und hat sich schnell einen Namen in der europäischen Szene gemacht. Als Gewinner des ersten Preises beim Internationalen Wettbewerb für Alte Musik Val de Loire (CIMA) 2021 wurde es 2022 in das europäische Programm EEEMERGING+ aufgenommen, das sich der Förderung junger Ensembles widmet. Seitdem ist das Ensemble bei zahlreichen renommierten Festivals wie Utrecht (Fringe), Torroella, Pavia und dem Festival Ambronay aufgetreten, wo es das Publikum mit seiner mitreißenden Energie und musikalischen Sensibilität begeisterte.
Mit dieser Aufnahme tut Cohaere mehr, als nur ein vergessenes Repertoire wiederzubeleben: Er verleiht ihm eine Stimme und Lebendigkeit, die das zeitgenössische Ohr fesseln und den zeitlosen Charme und Ausdrucksreichtum der französischen Musik des 17. Jahrhunderts bestätigen.



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