Les Boréades de Montréal feiern ihre 30. Saison mit einem Programm 2026–2027, das vier zentrale Termine umfasst. Das vom Flötisten Francis Colpron gegründete Ensemble aus Québec setzt seit jeher auf historische Instrumente und eine ausdrucksstarke, oft theatralische Interpretationsweise und schlägt zugleich Brücken zu anderen Kunstformen sowie heute auch zur zeitgenössischen Musik.
Die Saison beginnt am 24. September mit Plaisirs de la conversation, einem galanten Programm, in dem Francis Colpron und seine Musikerinnen und Musiker die Instrumente ganz im Geist der Salons des 18. Jahrhunderts miteinander ins Gespräch bringen – mit Werken von Couperin, Villeneuve, Boismortier, Guillemain, Quentin und Mondonville. Am 3. Dezember folgt Noëls baroques français et mélodies d’hiver, bei dem die Sopranistin Jacqueline Woodley Motetten und Variationen über traditionelle Weihnachtsweisen interpretiert – in einem Jahr, das zugleich den 350. Geburtstag von Louis-Nicolas Clérambault markiert.
Nach Mozart, sonates de jeunesse am 4. Februar folgt der Höhepunkt der Saison am 25., 26. und 27. März 2027 im Monument-National mit Atys. Der amerikanische Komponist Jonathan Dawe und die Regisseurin Stéphanie Jasmin präsentieren eine zeitgenössische Neuinterpretation der Tragédie en musique von Lully und Quinault und versetzen das Werk in die politische Welt der Vereinigten Staaten der 1980er-Jahre.
Die Jubiläumssaison unterstreicht zugleich die Bedeutung, die Les Boréades der Vermittlung beimessen: Gemeinsam mit Les Concerts de la Chapelle produziert das Ensemble die Académie de musique ancienne de Saint-Camille, deren 10. Ausgabe 2026 stattfand und die sich an Studierende, professionelle Musikerinnen und Musiker sowie Amateure richtet.


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