Für seine 46. Ausgabe hat das Festival d’Ambronay angesichts aktueller Haushaltszwänge sein Programm auf drei Wochenenden konzentriert, ohne dabei seine künstlerischen Ambitionen aufzugeben. Isabelle Battioni, Direktorin des Centre Culturel de Rencontres und des Festival d’Ambronay, blickt auf die Höhepunkte dieser Ausgabe 2025 zurück und spricht über die musikalischen, kulturellen und internationalen Schwerpunkte, die die Identität von Ambronay prägen.
Ein Höhepunkt des Festivals?
Isabelle Battioni: Ich fange mit dem Ende an! Das dritte Wochenende Ende September konzentriert sich in diesem Jahr auf eine Reihe starker künstlerischer Angebote, die von aufstrebenden oder bereits etablierten französischen Ensembles präsentiert werden. Dieses Wochenende steht im Fokus des Institut français und des Centre national de la musique. Es ist ein entscheidender Moment, in dem wir Künstler zeigen möchten, die das Potenzial haben, über unsere Grenzen hinaus zu strahlen. Das Festival wird etwa dreißig Programmgestalter aus Europa, aber auch aus Nord- und Lateinamerika begrüßen.
Mit Unterstützung des Centre national de la musique (CNM), des Institut français, des Réseau européen des Musiques Anciennes (REMA) und der Fédération des ensembles vocaux et instrumentaux spécialisés (FEVIS) findet im Auditorium de Lyon ein Speed-Meeting statt. In Ambronay werden auch Pitches stattfinden: Präsentationen von Projekten vor Gruppen von Programmgestaltern. Diese Pitches sind nicht nur den fünf Ensembles vorbehalten, die an diesem Wochenende auftreten, sondern stehen auch anderen Ensembles offen, die unserer Meinung nach ausreichend strukturiert und bereit sind, im Ausland aufzutreten. Wir prüfen derzeit die Modalitäten für die Anmeldung und Teilnahme.
Und das ist eine außergewöhnliche Gelegenheit für die Ensembles. Einige, wie Alkymia, ein Ensemble aus der Region Auvergne-Rhône-Alpes, das sich mit Lateinamerika beschäftigt, oder La Palatine, haben bereits diese Dynamik der internationalen Öffnung. Wir wollen sie konkret unterstützen. Und diese Begegnungen ermöglichen über die Werbung hinaus die Strukturierung echter Projekte zum kulturellen Austausch. Dieser Fokus ist gleichzeitig eine Anerkennung der Stellung von Ambronay in der Landschaft der Alten Musik. Ich denke, es ist auch eine Anerkennung von Ambronay als Talentschmiede.

Was werden die Höhepunkte dieses dritten Wochenendes vom 26. bis 28. September sein?
I. B.: Unter anderem werden zwei Ensembles auftreten, die aus den Förder- und Inkubationsprogrammen von Ambronay hervorgegangen sind: Le Grand Ballet und The Banshies. Das erste Ensemble widmet sich der französischen Comédie-ballet, einer Mischform aus Musik, Theater und Tanz, und betreibt wissenschaftliche Forschung zum Musiktheater des 17. Jahrhunderts. Mathieu Franchin, ihr Leiter, promoviert zu diesem Thema. Wir befinden uns in einer Dynamik der Forschung und des Schaffens, die Historiker, Musiker und Regisseure um ein noch zu wenig bekanntes Kulturerbe herum verbindet.
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