Sie gehören zu den großen Barockspezialisten , auf französich « les baroqueux », die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die historisch informierte Aufführungspraxis in den Vordergrund stellten. Wie würden Sie persönlich diesen Begriff definieren?
Sigiswald Kuijken: Zunächst möchte ich sagen, dass mich der Begriff Barockspezialist ein bisschen stört. Das klingt nicht besonders schön und führt schnell zu einem Schubladendenken. Und die historisch informierte Aufführungspraxis zu definieren ist gleichzeitig leicht und schwer. Sie beruht auf einer einfachen, aber tiefgründigen Philosophie: Musik so zu spielen, wie sie der Komponist vorgesehen hat – mit den Instrumenten, für die sie geschrieben wurde, und unter Anwendung der entsprechenden Spieltechniken. Das ist im Prinzip selbstverständlich. Bereits im Alter von zehn, elf oder dreizehn Jahren schien mir das ganz natürlich.
Diese Idee war damals jedoch noch nicht leicht durchzusetzen …
Es gab weder Kurse für Alte Musik noch Lehrer, die uns anleiteten. Aber wir hatten Lust, zu experimentieren, zu forschen. Wir waren fasziniert von Alter Musik und der Idee, sie so wiederaufzuführen, wie sie ursprünglich gedacht war, egal ob das kompliziert war oder nicht.
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