In Gotha (Deutschland) kehrt Bendas „Romeo und Julie“ nach 250 Jahren zurück

Fast auf den Tag genau 250 Jahre nach seiner Uraufführung ist Georg Anton Bendas (1722–1795) Romeo und Julie an den Ort seiner Entstehung zurückgekehrt: Am 27. September beschloss der Güldener Herbst – Festival Alter Musik Thüringen (Deutschland) seine Ausgabe 2026 im Ekhof-Theater Gotha mit dem ungewöhnlichen Drama mit Gesang des Komponisten, das am 25. September 1776 im selben Theater uraufgeführt worden war.

Der in Böhmen geborene Benda, der 1750 Kapellmeister am Gothaer Hof wurde, gehörte zu den wichtigsten Wegbereitern des deutschen Melodrams. Sein Romeo und Julie nach einem Libretto von Friedrich Wilhelm Gotter gilt als erste musikalische Bearbeitung von Shakespeares Tragödie. Doch Benda und Gotter erlauben sich gegenüber der Vorlage eine spektakuläre Freiheit: Nach all den Qualen der Liebenden von Verona schenken sie ihnen … ein Happy End! Das Werk feierte im späten 18. Jahrhundert große Erfolge und beeindruckte sogar Mozart.

Für diese Rückkehr an den Ursprungsort dirigierte Michael Hofstetter das Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach und Cantus Thuringia in einer dramaturgischen Bearbeitung von Bettina Bartz. Aco Bišćević (Romeo) und Vanessa Waldhart (Julie) standen gemeinsam mit Alice Lackner und Jörg Reddin auf der Bühne, während der Schauspieler Thomas Thieme als Erzähler auftrat. Ein idealer Abschluss für den Güldener Herbst: Genau 250 Jahre nach der Uraufführung kehrte Bendas außergewöhnlicher musikalischer Shakespeare an das Theater zurück, in dem er einst das Licht der Welt erblickte.

Offizielle Website: https://gueldener-herbst.de